Zehn Top-Tipps für den Frühling

1. Gartenschauen auf der Fährte

Bei schönem Wetter wird für viele das Fahrrad zum bevorzugten Fortbewegungsmittel, lassen sich auf diesem Weg doch Ausflüge mit körperlicher Betätigung an der frischen Luft verbinden. Ein Tipp für eine schöne Strecke: die LGS-Route. Dahinter verbirgt sich, aufgeteilt in neun Etappen von 11 bis 36 Kilometern, eine 186 Kilometer umfassende Tour von Lünen nach Paderborn, die sieben Orte ansteuert, an denen mal Landesgartenschauen die Besucher angelockt haben.
Darunter befinden sich auch drei Ziele in der Region: der Vier-Jahreszeiten-Park in Oelde, der Flora-Westfalica-Park in
Rheda-Wiedenbrück sowie der Gartenschaupark in Rietberg.

Je nach Motivation lässt sich die Tour individuell gestalten. Es besteht die Möglichkeit, einzelne Etappen herauszupicken oder die gesamte Strecke als mehrtägigen Ausflug zurückzulegen. „Man ist flexibel. Außerdem ist es eine schöne, und nicht sehr bergige Strecke durch attraktive Städte“, sagt Nils Krieft von der Arbeitsgemeinschaft LGS-Route.

Pro Wirtschaft GT GmbH
Hermann-Simon-Straße 7, 33334 Gütersloh
Telefon: 05241 851088
E-Mail: info@lgs-route.de
Internet: www.lgs-route.de

2. Die Bibel (be-)greifen

Nicht nur für Absolventen der LGS-Radroute ist Rietberg ein lohnenswerter Zwischenstopp. Die Emsstadt beherbergt mit dem Bibeldorf ein deutschlandweit einzigartiges Projekt. In dem pädagogischen Lernort mit Freilichtmuseum wird auf einem Gelände von 35.000 Quadratmetern das Alltagsleben zur Zeit der Bibel erlebbar. Geführt wird die seit 2003 bestehende Einrichtung von den Initiatoren, der Lehrerin, Montessori-Pädagogin und Kirchenmusikerin Eva Fricke sowie Dietrich Fricke, evangelischer Theologe und Pfarrer in Rietberg. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Neugierde und Freude an Biblischem zu wecken und Wissen im Sinne ganzheitlicher Religionspädagogik zu vermitteln. Wer als Besucher das Eingangstor zum Gelände durchschreitet, taucht ein in eine andere Welt. Das Bibeldorf, dessen Saison am 18. April beginnt, weiß mit Detailverliebtheit zu punkten. Zugrunde liegt der pädagogische Leitsatz „Vom Greifen zum Begreifen.“ Und der gilt für Kinder wie für Erwachsene.

Bibeldorf
Jerusalemer Straße 2, 33397 Rietberg
Telefon: 05244 974974
E-Mail: info@bibeldorf.de
Internet: www.bibeldorf.de

3. Achtung, Alltagskunst

Bewegung und Aktion, Neugier und Entdeckung, Spaß und Spannung sind die Zutaten, die das „Urban.Art.Bingo.Gütersloh“ zu einem ebenso kurzweiligen wie lehrreichen Vergnügen machen.

Spielerisch wird der öffentliche Raum erobert. Baukultur, Straßenkunst, Skulpturen, Graffiti und Wandmalerei sollen gefunden werden. Außerdem gilt es, knifflige Rätsel zu lösen. Die Teilnehmer bilden Teams und treten in einem festgelegten Spielfeld gegeneinander an. Einem Bingospiel ähnlich, werden Orte und Kunstwerke entdeckt. Das von den „Urbanisten“ aus Dortmund entwickelte Konzept wurde im Rahmen des Projekts „Stadtbesetzung“ an die städtische Grundlage Güterslohs angepasst. „Es ist ein tolles Spiel für Familien und Schulklassen, da es die Möglichkeit bietet, Güterslohs Kunst und Kultur zu erleben“, schwärmt Daniela Daus, Mitarbeiterin im Fachbereich Kultur bei der Stadt Gütersloh.

Stadt Gütersloh, Fachbereich Kultur
Friedrichstraße 10, 33330 Gütersloh
Telefon: 05241 823659
E-Mail: kulturportal@guetersloh.de
Internet: www.kulturportal-guetersloh.de

4. Grenzenlos klettern

Im wahrsten Wortsinn hoch hinaus geht es im Kletterpark Grenzenlos in Gütersloh. Der Name ist Programm – in mehrfacher Hinsicht. Die Besucher können herausfinden, wo ihre Grenzen liegen und welche Stärken in ihnen schlummern. Wert legen die Mitarbeiter des Sozialpädagogischen Instituts Gütersloh, das die Einrichtung betreibt, auf den inklusiven Charakter. Der Kletterpark ist rollstuhlgeeignet und somit auch Menschen mit Beeinträchtigung zugänglich. Die sternförmig aufgebaute Anlage bietet mit mehr als 30 Elementen viele Gelegenheiten, sich herauszufordern. Das pädagogisch geschulte Team steht für eine auf jeden Menschen individuell zugeschnittene Beratung bereit, betont Teamleiterin Julia Kaufmann.

Kletterpark Grenzenlos
Rhedaer Straße 212, 3334 Gütersloh
Telefon: 05241 4009841
E-Mail: info@spi-grenzenlos.de
Internet: www.spi-grenzenlos.de

5. Auf Tuchfühlung mit Löwe und Tiger

Mit dem Auto an Löwen, Tigern und Giraffen vorbeifahren? Klingt wie eine Filmszene, wird aber im Safariland Stukenbrock Realität. Die Afrika-Safari-Tour ist eines der eindrucksvollsten Erlebnisse in dem Wildlife-Zoo in Schloß Holte-Stukenbrock. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt der zoologische Leiter Markus Köchling. Mehr als 600 Tiere von Affe bis Zebra leben in einer Savannenlandschaft – ganz ohne Zaun und Gitter. Das Afrika-Safari-Gefühl ist garantiert, ohne in die Ferne reisen zu müssen.

Der zugehörige Vergnügungspark bietet 30 Attraktionen für die ganze Familie. Dazu zählen Karussells, ein Wasserspielplatz, Live-Shows, Achterbahnen, eine Riesenrutsche und eine Wildwasserbahn. Im Indoor-Abenteuer-Spielpark „Kattas Welt“ kann nach Herzensluft getobt und der Dschungel erkundet werden. Abgerundet wird das Safari-Erlebnis von Übernachtungsmöglichkeiten im Resort.

Safariland Stukenbrock
Mittweg 16, 33758 Schloß Holte-Stukenbrock
Telefon: 05207 952410
E-Mail: info@safariland-stukenbrock.de
Internet: http://www.safariland-stukenbrock.de

6. Lehrreiche Wanderung

Wandern und dabei etwas über die Vielfalt der Arten und Lebensräume im Münsterland lernen – diese Kombination halten die Erlebnispfade der NABU-Naturschutzstation Münsterland parat und versprechen einen lehrreichen Frühlingsausflug für die ganze Familie.

Ihren Ausgangspunkt nehmen sämtliche Wege am Haus Heidhorn in Münster-Hiltrup. Auf knapp drei Kilometer in der Hohen Ward erstreckt sich der Wald-Klima-Lehrpfad, der über das Ökosystem Wald und dessen Zusammenhänge mit dem Klima informiert. Zu finden sind elf Lehrtafeln sowie Modelle zum Anfassen, die die Themen erlebbar und den Spaziergang unterhaltsam machen sollen.

Ergänzt wird der Lehrpfad von einer App, die themenbezogene Aufgaben in Form einer Rallye bereithält. „Durch den spielerischen Zugang für Groß und Klein werden die Leute angeregt, sich mit dem Wald, der Natur und dem Klima auseinanderzusetzen“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anuschka Tecker.

NABU-Naturschutzstation Münsterland
Westfalenstraße 490, 48165 Münster-Hiltrup
Telefon: 02501 9719433
E-Mail: info@nabu-station.de
Internet: www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de

7. Blühende Landschaft

Wie es sich für einen Stromberger gehört, schwört Gerhard Stemich auf die Pflaume. Leicht fällt ihm folglich die Beantwortung der Frage, welches die schönste Wanderstrecke in der Region ist: der Pflaumenwanderweg in seiner Heimat. Er wurde von der Schutzgemeinschaft Stromberger Pflaume, deren Vorsitzender Stemich ist, geplant, und im April 2015 eröffnet. „Ab Anfang bis Mitte April blühen die Pflaumenbäume. Das ist ein sehr schönes Bild“, schwärmt er über den rund elf Kilometer langen Weg. Neun Hinweistafeln geben Auskunft über Pflaumenanbau und -verarbeitung. Aussichtspunkte, die einen weiten Blick über die blühende Landschaft ermöglichen, laden zu einer Pause ein. Der Startpunkt der Route ist an der Münster Straße 37 in Stromberg.

Pflaumenwanderweg
Schutzgemeinschaft Stromberger Pflaume
Münster Straße, 59302 Oelde-Stromberg
E-Mail: info@stromberger-pflaume.de
Internet: www.stromberger-pflaume.de

8. Historische Schönheit

Reitsportfreunden aus aller Welt ist Warendorf ein Begriff. Ein Besuch im Westfälischen Landgestüt ist ein Muss für alle Fans der edlen Vierbeiner. Doch die an der Ems gelegene Stadt des Pferdes hat noch einiges mehr zu bieten. Die historische Altstadt verdient nähere Betrachtung, findet Gästeführer Burkhard Schulte-Bories. „Warendorf ist eine Stadt in der Neuzeit, die auf mittelalterlichen Strukturen beruht“, klärt er auf. Der überwiegende Teil der Häuser ist mehr als 200 Jahre alt, die Straßenzüge und Gassen haben ihren Ursprung im Mittelalter. „Das ist schon etwas Besonderes“, betont der Warendorfer. Am Markplatz bilden die Häuser mit ihren prächtigen Giebeln ein stimmungsvolles Ambiente, im Hintergrund wirft der Kirchturm von St. Laurentius seinen Schatten. Auf dem Platz pulsiert dank der Außengastronomie das Leben. Nur wenige Schritte entfernt fließt die Ems und liegt der idyllische Emssee samt Park.

Tourist-Information
Emsstraße 4, 48231 Warendorf
Telefon: 02581 545454
E-Mail: tourismus@warendorf.de
Internet: www.warendorf.de

9. Minigolf mit Ruhrgbiets-Charme

Auf Präzision, Geschicklichkeit und Ballgefühl kommt es beim Minigolf an. Nicht umsonst ist das Spiel seit den 1950er-Jahren ein Dauerbrenner. Besonderes Flair bietet die zum Campingplatz Uentrop gehörende Anlage in Lippetal mit ihren 18 Bahnen. „Die Anlage ist nicht nur für Camper, sondern für alle geöffnet. Sie ist schön groß, sodass die Leute Abstand halten können“, betont Inhaber Achim Helbach. Sein Campingplatz befindet sich direkt an der Autobahnabfahrt Hamm-Uentrop. Trotz der Nähe zur A2 ist der Platz hübsch gelegen, denn die Lippe mit ihrem seichten Ufer bildet die natürliche Begrenzung – Ruhrgebietsromantik zwischen Naturidylle und Kraftwerk.

Camping Uentrop Helbach
Dolberger Straße 80b, 59510 Lippetal
Telefon: 02388 437, 0172 2300747
E-Mail: info@camping-helbach.de
Internet: www.camping-helbach.de

10. Ferien auf dem Bauernhof

Eine Auszeit auf dem Land liegt gerade bei Familien im Trend. Sie findet man auch im Warendorfer Ortsteil Hoetmar. Vor den Toren der Gemeinde liegt der Ferienhof der Familie Schwienhorst, der im Jahr 2012 auf ökologischen Landbau umgestellt wurde. „Bei uns bekommen Groß und Klein die Möglichkeit, Landwirtschaft zu erleben“, erklärt Paul Schwienhorst. In der Hauptsache werden Schweine gehalten. Ferner leben auf dem Hof Schafe, Ziegen, Katzen, Gänse, Hühner, ein Hund – und das Pony „Speedy“, das sich zum Liebling der Kinder gemausert hat.

Im Schatten eines alten Walnussbaums liegt ein großzügiger Bolzplatz. Sei es für die Ferien oder ein Wochenende –
fünf Wohnungen versprechen einen angenehmen Aufenthalt und sind auf Gruppen jeglicher Größe vorbereitet.
Das Bundesgolddorf Hoetmar ist mühelos mit dem Rad oder zu Fuß zu erreichen.

Ferienhof Schwienhorst
Hoetmarer Dorfbauernschaft 10, 48231 Warendorf-Hoetmar
Telefon: 02585 1237
E-Mail: info@ferienhof-schwienhorst.de
Internet: www.ferienhof-schwienhorst.de

Text: Simon Brandt, Fotos: Anuschka Tecker, Schutzgemeinschaft Stromberger Pflaume e.V., Andre Auer, Ferienhof Schwienhorst

Unterwegs im Süden Westfalens

Wir sind für Sie der Frage nachgegangen, was der Kreis Soest, das Sauerland und das östliche Ruhrgebiet zu bieten haben. Eine Auswahl unserer Ideen stellen wir Ihnen vor.

Kreis Soest
Die Steinstadt Anröchte lässt wegen ihres Grünsandsteinvorkommens, aus dem um 1180 auch die St.-Pankratius-Kirche erbaut wurde, nicht nur die Herzen von Bildhauern höherschlagen, sondern gilt auch wegen ihrer zahlreichen Rad- und Wanderwege in der Umgebung als Naturoase. Im Ortskern gibt es ein Steinmuseum, das in einer ehemaligen Schule beherbergt ist.
Heilen und kuren heißt es in Bad Westernkotten. Das Sole- und Moorheilbad verfügt über zwei große Gradierwerke im Kurpark, die zum gesunden Salzluftschnuppern – ähnlich wie am Meer – einladen. Hier rieselt Bad Westernkottener Natursole über die Schwarzdorn-Reiser-Wände. Dabei entstehen Aerosole zur gesunden Freiluftinhalation.
Möhnesee ist reich an kulturhistorischen Kleinoden wie der St.-Pankratius-Kirche in Körbecke und der Drüggelter Kapelle. Am und rund um den Möhnesee mit 40 Kilometern Uferlänge – Einheimische sprechen vom Westfälischen Meer – gibt es unzählige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Wandern, Radfahren, Wassersport, Golf sowie diverse Veranstaltungen, wer dort unterwegs ist, dem wird sicher nicht langweilig. In Völlinghausen lockt der Wildpark mit heimischen Tieren. Der Ort ist zugleich Ausgangspunkt für Wanderungen wie den Skywalk Möhnetal, der einen Panoramablick über das Möhnetal bis in den Arnsberger Wald bietet. Zwischen den Ortsteilen Wamel und Völlinghausen liegt die Kanzelbrücke, die zu den schönsten Steinbrücken Deutschlands zählt.
Beeindruckende Sehenswürdigkeiten gibt es in Lippstadt, der ältesten Gründungsstadt Westfalens (1185) zu bestaunen. Die Marienkirche, das historische Rathaus, das Stadtpalais und stilvolle Fachwerkhäuser mit wertvollen Balkenschnitzereien können mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreicht werden. Anhand der 40 Informationstafeln können sich Besucher ein umfassendes Bild von der Hansestadt machen.
In Soest spiegelt die historische Altstadt die mehr als 1000-jährige Vergangenheit der Hansestadt wider. Bedeutende Kirchen und Baudenkmäler aus Grünsandstein, pittoreske Gassen und Winkel, schmucke Fachwerkhäuser sowie ein noch zu großen Teilen erhaltener mittelalterlicher Stadtwall, aber auch zahlreiche historische Lokalitäten laden zum Verweilen ein.

Gemeinde Anröchte
Hauptstraße 74, 59609 Anröchte
Telefon: 02947 8880
Internet: www.anroechter-stein-museum.de

Tourist-Information Bad Westernkotten
Westerntor 5c, 59597 Bad Westernkotten
Telefon: 02943 976581
Internet: www.badwesternkotten.de;
www.hellweg-sole-thermen.de

Tourist-Information Möhnesee
Hauptstraße 19, 59519 Möhnesee
Telefon: 02924 981391
Internet: www.moehnesee.de

Wildpark Völlinghausen
Zum Wildpark 1, 59519 Möhnesee
Internet: www.wildpark-voellinghausen.de

Lippstadt Zentrum
Lange Straße 14, 59555 Lippstadt
Telefon: 02941 58515
Internet: www.touristinfo-lippstadt.de

Wirtschaft und Marketing Soest GmbH
Teichsmühlengasse 3, 59494 Soest
Telefon: 02921 103 6110
Internet: www.wms-soest.de

Sauerland
Mit seinen Bergen und Tälern, Flüssen und Seen ist das Sauerland ein Eldorado für Radfahrer und Wanderer. Wanderlustige schätzen die zahlreichen zertifizierten Wanderwege mit sensationellen Ausblicken. Der Deutsche Wanderverband hat das Sauerland als „Qualitäts-Wanderregion“ ausgezeichnet. 40 ausgewählte Tages- oder Halbtages-Wanderrouten bieten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Als Geheimtipp gilt der Rothaarsteig-Spur Sorper Panoramapfad mit einer Länge von zwölf Kilometern, der den Angaben zufolge in 3,45 Stunden bewältigt werden kann. Start- und Endpunkt des Rundwanderwegs entlang des Flüsschens Sorpe ist Niedersorpe.
Vom Sauerland bis hinein in die Region Siegerland-Wittgenstein erstreckt sich die Wintersport-Arena Sauerland. Mit 130 Liftanlagen, 300 Hektar Pistenfläche sowie 400 Kilometern hochwertigem Loipennetz umfasst die Region Hochsauerland das größte Wintersportgebiet nördlich der Alpen. Skifahren, Langlaufen, Rodeln, Bobfahren, Eislaufen – Wintersportfans kommen auf ihre Kosten. Einen Besuch wert sind auch die berühmten Sportstätten wie die Bobbahn Winterberg oder die Willinger Mühlenkopfschanze, Biathlonzentren und Kunsteisbahnen.
Idyllische Aussichten, reizvolle Landschaften, imposante Unterwelten, interessante Ausflugsziele und spektakuläre Veranstaltungen – all das versprechen die 15 Orte und Städte des Märkischen Kreises. In der historischen Burg Altena, die hoch über der alten Drahtzieherstadt liegt, ist Deutschlands älteste Jugendherberge beheimatet. Der Ort lässt Ritter- und Burgenromantiker ins Schwärmen geraten. Die Burg kann mit dem Erlebnisaufzug erreicht werden.

Sauerland-Tourismus e. V.
Johannes-Hummel-Weg 1, 57392 Schmallenberg
Telefon: 02974 96980
Internet: www.sauerland.com; www.sauerland-wanderdoerfer.de

Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein e. V.
Am Kurpark 4, 59955 Winterberg
Telefon: 02981 820633
Internet: www.wintersport-arena.de

Freizeit- und Tourismusverband Märkisches Sauerland
Kreishaus I, Bismarckstraße 15, 58762 Altena
Telefon: 02352 9667045
Internet: www.maerkisches-sauerland.com; www.maerkischer-kreis.de/kultur-freizeit/burg-altena/index.php/

Kreis Unna
Schlösser wie Schwansbell in Lünen oder Cappenberg in Selm erzählen von längst vergangenen Zeiten, Quellgebiete locken Naturliebhaber, romantische und internationale Lichtkunst ziehen Kulturinteressierte an – ein Besuch im Kreis Unna lohnt sich wegen seiner vielfältigen Ausflugsziele.
Ein Besuch des Zentrums für Internationale Lichtkunst, das sich tief unter der Erde in der ehemaligen Lindenbrauerei in Unna befindet, ist ein Muss für Interessierte an avantgardistischer Kunst – es gilt als das weltweit einzige Museum, das sich auf die Präsentation von Lichtkunst konzentriert.

Zentrum für Internationale Lichtkunst
Lindenplatz 1, 59423 Unna
Telefon: 02303 103770
Internet: www.lichtkunst-unna.de

Bochum
Ob Deutsches Bergbau-Museum, Jahrhunderthalle, Zeiss-Planetarium, Arbeitersiedlung Dahlhauser Heide, Eisenbahnmuseum oder Zeche Hannover – Bochum, die Stadt „tief im Westen“, die Herbert Grönemeyer besungen hat, hat vieles zu bieten. Das Bergbau-Museum beeindruckt allein mit seinem großen, grünen Förderturm. Im Anschauungsbergwerk des Museums in 20 Metern Tiefe können sich Besucher unter simulierten Bedingungen wie echte Bergmänner fühlen.

Deutsches Bergbaumuseum
Am Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum
Telefon: 02345877126
Internet: www.bergbaumuseum.de

Dortmund
In und um Dortmund lassen sich Kultur und Natur verbinden. Die steilen Hänge von Dortmund-Hohensyburg laden zum sportlichen Aufstieg ein. Neben der Burgruine bietet der Vincketurm eine tolle Aussicht. Aber was wäre eine Fußballstadt wie Dortmund ohne ein passendes Museum? Direkt gegenüber dem Dortmunder Hauptbahnhof befindet sich das Deutsche Fußballmuseum. Eine Multivision zur 140-jährigen Geschichte des deutschen Fußballs, eine Schatzkammer mit den wertvollsten Pokalen der Nationalmannschaft und des Klubfußballs sowie eine Hommage an große Spielerpersönlichkeiten sind nur einige Dinge, die die Herzen von Fußballfans höher schlagen lassen.
Forschen, lernen und erfahren heißt es im Kindermuseum „mondo mio!“ im Westfalenpark. Auf 1000 Quadratmetern dreht sich alles um kindgerechte Einblicke in die Vielfalt der Kulturen.

Deutsches Fußballmuseum
Platz der Deutschen Einheit 1, 44137 Dortmund
Telefon: 0231 4764660
Internet: www.fussballmuseum.de

„mondo mio!“ Kindermuseum
Florianstr. 2, 44139 Dortmund
Telefon: 0231 50 26 127
Internet: www.mondomio.de

Hamm
In Hamm ist das nach eigenen Angaben weltweit größte Gebäude in Tiergestalt zu finden: Der Glaselefant, ehemals Kohlenwäsche der Zeche Maximilian, steht im Maximilianpark. Beherbergt sind dort ein Kunstgarten, ein Kinderspielland und eine Aussichtsplattform. Wer sich in fremde Welten entführen lassen möchte, ist in Hamm-Uentrop im Sri Kamadchi Ampal Tempel richtig. Er ist der zweitgrößte Hindu-Tempel in Europa.

Maximilianpark
Alter Grenzweg 2, 59071 Hamm
Telefon: 02381 9821032
Internet: www.maximilianpark.de

Sri Kamadchi Ampal Tempel
Siegenbeckstraße 4, 59071 Hamm
Telefon: 02388 302223
Internet: www.kamadchi-ampal.de

Text: Anja Tenbrock, Fotos: Deutsches Bergbau-Museum, Guido Kirchner, Ruhr Tourismus/Ralph Lueger, dpa

Unterwegs im Osten Westfalens

Was haben die Kreise Höxter, Lippe und Paderborn sowie die Stadt Bielefeld im Herbst zu bieten? Dieser Frage sind wir für Sie nachgegangen. Dabei sind wir auf zahlreiche Ziele gestoßen. Eine Auswahl stellen wir Ihnen vor.

Kreis Höxter
Zwischen Eggegebirge, Teutoburger Wald und Weserbergland liegt das Kulturland Kreis Höxter. Bekannt ist die Region im Osten Westfalens vor allem als Klosterregion, aber auch für seine malerische Mittelgebirgslandschaft und Flusstäler.

Vor den Toren der historischen Fachwerkstadt Höxter liegt das 2014 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Schloss Corvey. Das ehemalige Benediktinerkloster ist geprägt durch das karolingische Westwerk aus dem 9. Jahrhundert, die barocke Abteikirche, die Schlossanlage mit dem prächtigen Kaisersaal sowie der herzoglichen Privatbibliothek.

Das private kulturhistorische Museum im Hütteschen Haus verleiht der Stadt Höxter mit seiner reichen Weserrenaissancefassade von 1565 Glanz. Das Museum beherbergt 15.000 Objekte aus den vergangenen 140 Jahren. Geöffnet ist es nur während der laufenden Ausstellungen. Zu Weihnachten gibt es eine Ausstellung zu einem weihnachtlichen Thema oder altem Spielzeug.

Wer gern auf dem Wasser unterwegs ist, kann von Höxter aus zu einer kleinen Weserrundfahrt aufbrechen. Auf der anderen Weserseite lockt die berühmte Porzellanmanufaktur Fürstenberg mit Museum und Besucherwerkstatt. Das Schlossensemble steht für 300 Jahre namhafte Porzellankunst. Und wer lieber festen Boden unter den Füßen hat und die Natur der Stadt vorzieht, kann bei Wanderungen im Kreis Höxter entspannen. Ganz im Norden des Kulturlandes befindet sich die Abtei Marienmünster. Das „Kloster der Klänge“ bietet sich als Start- und Endpunkt für zahlreiche Rad- und Wanderwege an.

Ein weiterer Höhepunkt sind zwei Museen in Beverungen: Das Korbmacher-Museum Dalhausen mit Werkstatt sowie das Bauernhofmuseum Herstelle. Oberhalb von Beverungen befindet sich der Weser-Skywalk mit einer weitläufigen Sicht über das Wesertal. Von Würgassen aus kann man über den „Holzweg“ dorthin wandern.

Die 1000 Jahre alte Hansestadt Warburg im Kreis Höxter liegt an den Ausläufern des Eggegebirges im Diemeltal. Mächtige Kirchenbauwerke, Massivbauten aus der Blütezeit der Hanse sowie liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser und gut erhaltene Wehranlagen prägen das mittelalterliche Stadtbild.

Kulturkreis Höxter-Corvey / Museum Höxter-Corvey
37671 Höxter
Telefon: 05271 694010
Internet: www.hoexter-tourismus.de; www.schloss-corvey.de

Museum Schloss Fürstenberg
Meinbrexener Straße 2, 37699 Fürstenberg
Telefon: 05271 401178
Internet: www.fuerstenberg-schloss.com

Museum im Hütteschen Haus
Nicolaistraße 10, 37671 Höxter
Telefon: 05271 9516640
Internet: www.höxter-museum.de

Wandern im Kulturland Kreis Höxter
Corveyer Allee 7, 37671 Höxter
Telefon: 05271 9743 23
Internet: www.kulturland.org

Tourist-Information Beverungen
Weserstraße 16, 37688 Beverungen
Telefon: 05273 392221 + 224
Internet: www.beverungen.de

Info-Center Warburg
Neustädter Marktplatz, 34414 Warburg
Telefon: 05641 908800
Internet: www.warburg-touristik.de

Kreis Lippe
„Heilgarten Deutschlands“ und „Land des Hermann“ – die Bezeichnungen für den Kreis Lippe geben bereits einen Hinweis auf die kulturellen und touristischen Höhepunkte in der Region am Südrand des Teutoburger Waldes. Das Hermannsdenkmal und die Externsteine sind neben Kur- und Bäderorten die bekanntesten Ausflugsziele, keinesfalls aber die einzigen.

Das Hermannsdenkmal steht auf dem 386 Meter hohen Grotenburg-Berg bei Detmold und erinnert an die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 nach Christus. Heute gilt es als Mahnmal für Frieden und Völkerverständigung. Die Externsteine, eine markante 40 Meter hohe Felsformation bei Horn-Bad Meinberg, bilden eine faszinierende Laune der Natur ab. Die Stadt Detmold besticht aber auch mit ihrem historischen Stadtkern, dem fürstlichen Residenzschloss mit Park, dem lippischen Landesmuseum und LWL-Freilichtmuseum. Im Lippischen Landesmuseum gegenüber gibt es eine beeindruckende Sammlung zur lippischen Landes- und Kulturgeschichte, Archäologie, Völkerkunde, Naturkunde, Möbel- und Innenarchitektur sowie zu Kleidungsstilen und Modeaccessoires.

Tierisch gut wird es im Vogelpark Heiligenkirchen und in der Adlerwarte Berlebeck in Detmold. Im Vogelpark haben 1200 Vögel und Säugetiere ihr Zuhause. Ob Pelikane, Störche, Kraniche und Pfauen – insgesamt 300 verschiedene Arten leben dort. Eine besondere Attraktion ist die Streichelwiese für Papageien. 200 Greifvögel aus aller Welt – vom Weißkopfseeadler, über Mönchs- und Gänsegeier hin zu heimischen Milanen und Bussarden – sind in der Adlerwarte beheimatet.

Raus aus der Stadt und rein in die Natur – das wird mit einer Fahrrad-Draisine zu einem besonderen Erlebnis. Los geht die Fahrt in Rinteln. Die etwa 18 Kilometer lange Strecke führt durch das Extertal und endet in Alverdissen-Barntrup. Auch für nichtgeübte Radfahrer dürfte die dreistündige Draisinenfahrt kein Problem sein, denn alle Fahrzeuge verfügen über Elektro-Akkus.

Lippe ist zugleich ein Eldorado für Naturliebhaber. Es gibt ein gut ausgebautes und markiertes Wegenetz für Spaziergänger, Wanderer, Fahrradfahrer und Outdoor-Sportler. Der vier Kilometer lange Dünenpfad-Augustdorf-Rundwanderweg führt durch die Senne. Heidelandschaft und Wald bedecken die ältesten Binnendünen Nordwestdeutschlands. An mehreren prägnanten Aussichtspunkten erhält man Eindrücke von dieser besonderen Landschaft.

Tourist-Information Lippe & Detmold am Hermannsdenkmal
Grotenburg 50, 32760 Detmold
Telefon: 05231 621165
Internet: www.hermannsdenkmal.de

Infozentrum Externsteine
Externsteiner Straße 35
32805 Horn-Bad Meinberg
Telefon: 05234 2029796
Internet: www.externsteine-info.de

Fürstliches Residenzschloss Detmold
Schlossplatz 1, 32756 Detmold
Telefon: 05231 70020
Internet: www.schloss-detmold.de

Lippisches Landesmuseum Detmold
Ameide 4, 32756 Detmold
Telefon 05231 99250
Internet: www.lippisches-landesmuseum.de

Vogelpark Heiligenkirchen
Ostertalstraße 1, 32760 Detmold
Telefon: 05231 47439
Internet: www.vogelpark-heiligenkirchen.de

Adlerwarte Berlebeck
Hangsteinstraße, 32760 Detmold
Telefon: 05231 47171
Internet: www.detmold-adlerwarte.de

Draisinenfahrt
Tourist-Information Lippe & Detmold
Rathaus am Markt, 32756 Detmold
Telefon: 05231 621020
Internet: www.land-des-hermann.de

Dünenpfad Augustdorf-Rundwanderweg
Lippe Tourismus & Marketing GmbH
Grotenburg 52, 32760 Detmold,
Telefon: 05231 621020
Internet: www.land-des-hermann.de

Kreis Paderborn
Zu den bekannten Wahrzeichen des Paderborner Landes zählen der Hohe Dom und das Historische Rathaus in der alten Kaiser-, Bischofs- und Universitätsstadt Paderborn. Die prächtige Rathausfassade hat drei Giebel, von denen die beiden kleineren seitlich an den beiden Vorbauten hervortreten.

Lohnenswert ist ein Besuch im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. In dem Computermuseum begibt man sich auf eine Zeitreise durch die Informations- und Kommunikationstechnik von der Antike bis heute. Vieles kann aktiv ausprobiert werden: Telefone mit Wählscheibe, Rechnen mit einem Abakus, Videospiele und Gespräche mit Robotern.

Schloß Neuhaus ist die ehemalige Residenz der Paderborner Fürstbischöfe. Das Wasserschloss steht im gleichnamigen Ortsteil in Paderborn. Im angrenzenden Barockgarten sowie im Schloss- und Auenpark finden zahlreiche Veranstaltungen statt. Vier Kilometer weiter bietet die Freizeitlandschaft rund um den Sander Lippesee abwechslungsreiche Spiel-, Wander- und Sportangebote.

Im Süden des Paderborner Landes liegt die ehemalige Kreisstadt Büren. Das sie umgebende Alme- und Aftetal lädt Naturliebhaber zum Verweilen ein ebenso wie Kulturinteressierte. Bekanntes Wahrzeichen der Region ist die dreieckige Wewelsburg, ein Bergschloss hoch über dem Tal der Alme.

Natur pur verspricht die Kurstadt Bad Lippspringe: Sie gilt wegen ihrer herausragenden Luftqualität als „Grüne Lunge Ostwestfalens“. Prachtvolle Blumenanlagen und eine Waldkulisse prägen das Gartenschaugelände. Nicht weniger verlockend ist das Naturerlebnis Aatal bei Bad Wünnenberg, das beim Kurpark seinen Anfang nimmt und sich entlang der Aa bis zur mächtigen Aabach-Talsperre ausdehnt. Ein naturnahes Vergnügen verspricht der Erlebnis-Barfußpfad, der am Aatalhaus beginnt.

Ein Abstecher nach Altenbeken lässt die Herzen von Eisenbahnfreunden höherschlagen: Dort befindet sich die größte steinerne Eisenbahnbrücke Europas. Der Eisenbahn-Viadukt von Altbeken ist 482 Meter lang und bis zu 35 Meter hoch und überspannt das Beketal auf 24 Gewölbebrücken. Auf dem Viadukt-Wanderweg ermöglichen sich immer wieder Ausblicke auf die Brücke.

Hoher Dom und Historisches Rathaus
Marienplatz 2a, 33098 Paderborn
Telefon: 05251 8812980
Internet: www.paderborner-land.de; www.dom-paderborn.de

Heinz Nixdorf MuseumsForum
Fürstenallee 7, 33102 Paderborn
Telefon: 05251 306600
Internet: www.hnf.de

Schloß Neuhaus und Lippesee
Tourist-Information Paderborn
Marienplatz 2, 33098 Paderborn
Telefon: 05251 8812980
Internet: www.paderborn.de/tourismus

Tourist-Information Büren/Wewelsburg
Königstraße 16, 33142 Büren
Telefon: 02951 970124
Internet: www.bueren.de; www.wewelsburg.de

Bad Lippspringe Tourist-Information
Lindenstraße 1a, 33175 Bad Lippspringe
Telefon: 05252 26260
Internet: www.bad-lippspringe.de

Touristik GmbH Bad Wünnenberg
Leiberger Straße 10, 33181 Bad Wünnenberg
Telefon: 02953 99880
Internet: www.bad-wuennenberg-touristik.de

Altenbeken/Eisenbahn-Viadukt
Tourist-Information Altenbeken
Bahnhofstraße 5a, 33184 Altenbeken
Telefon: 05255 12031
Internet: www.altenbeken.de

Bielefeld
Das Wahrzeichen Bielefelds ist die über der Stadt thronende Sparrenburg. Erstmals urkundlich erwähnt wurde diese im Jahr 1256. Wer nicht nur die Aussicht von der weitläufigen Anlage aus über die Stadt schweifen lassen möchte, sondern noch höher hinaus will, der kann die 120 Stufen des Turms erklimmen und sich bei gutem Wetter auf einen Ausblick bis zum Wiehengebirge freuen. Für Kinder gibt es eine extra Rallye zur Sparrenburg, sodass diese spielerisch erkundet werden kann.

Im Bauernhausmuseum erfahren Besucher, wie die Menschen in der Zeit um 1850 gelebt haben. An dem lebendigen Geschichtsort im Bielefelder Westen sind neun historische Gebäude originalgetreu wieder aufgebaut worden.

Nur ein paar hundert Meter weiter wimmelt es von verschiedenen heimischen Tieren. Im Heimat-Tierpark Olderdissen leben Fischotter und Murmeltiere sowie Wölfe, Bären und Rotwild. Über 450 Tiere 90 verschiedener Arten sind auf der etwa 16 Hektar großen Anlage zu Hause, über die auch der Herrmannsweg zahlreiche Wanderer nach Bielefeld führt.

Im Süden der Stadt herrscht ein asiatisches Flair. Wer durch den Japanischen Garten spaziert, erlebt Entschleunigung durch und durch. Viele verschiedene Gehölze und Stauden strukturieren das Gelände, das nach dem Prinzip der Trockenlandschaftsgärten angelegt worden ist. Ein optischer Höhepunkt im Herbst sind die sich bunt färbenden Blätter der Ahorn- und Kirschbäume.

Sparrenburg
Besucherinformationszentrum
Am Sparrenberg 40, 33602 Bielefeld
Telefon: 0521 516789
Internet: www.bielefeld.jetzt/sparrenburg

Bauernhausmuseum
Dornberger Straße 82, 33619 Bielefeld
Telefon: 0521 5218550
Internet: www.bielefelder-bauernhausmuseum.de

Heimat-Tierpark Olderdissen
Dornberger Str. 149 a, 33619 Bielefeld
Telefon: 0521 512956
Internet: www.bielefeld.de/de/un/tpo/

Japanischer Garten
Quellenhofweg 125, 33617 Bielefeld
Internet: www.bielefeld.jetzt/tour/japanisches-bielefeld

Text: Anja Tenbrock (Kreise Höxter, Lippe, Paderborn) und Kirstin Oelgemöller (Bielefeld), Fotos: Frank Grawe, Stadt Detmold/Andreas Hub,
Tourismus NRW e.V., Touristikzentrale Paderborner Land e.V.


Unterwegs im Norden Westfalens

Was haben der Norden Ostwestfalens und des Münsterlandes in dieser Jahreszeit zu bieten? Dieser Frage sind wir für Sie nachgegangen. Dabei sind wir auf zahlreiche Ziele gestoßen. Eine Auswahl, sowohl für Erwachsene als auch für Familien gedacht, stellen wir auf den folgenden Seiten vor.

Kreis Herford

Rund um die Hansestadt Herford erstreckt sich eine Region, die auch als Wittekindsland bezeichnet wird. Der Name beruht auf dem Sachsenkönig Widukind (einst Wittekind), dessen Gebeine in der Stiftskirche zu Enger ruhen. Im benachbarten Widukind-Museum überschreiten Besucher ein imaginäres Schlachtfeld mit Relikten aus den Sachsenkriegen.

Die Stadt Herford selbst ist geprägt von Geschichte und Moderne. Gotische Sakralarchitektur, darunter vier kunstgeschichtlich bedeutende Hallenkirchen, reiht sich an den modernen Museumsbau Marta Herford. Das Museum für moderne Kunst, in dem es keinen rechten Winkel gibt, wurde von Architekt Frank Gehry geschaffen. Wer weniger kunstbegeistert ist und stattdessen schlemmen möchte, ist in der Markthalle der Kreisstadt am richtigen Ort. Im Innern bieten 35 Händler dienstags, donnerstags, freitags und samstags ihre Spezialitäten und Köstlichkeiten an. Außerdem findet dienstags, donnerstags und samstags vor der Tür der Wochenmarkt statt.

Im Herforder Waldgebiet Stuckenberg gelegen ist der Bismarckturm, der ab April am ersten, dritten und fünften Sonntag im Monat sowie an Feiertagen besichtigt werden kann. Wer gut zu Fuß ist, kann von dort aus nach Bad Salzuflen wandern und den Kurpark sowie die Salinen in der Innenstadt besichtigen.

Zum Verweilen lädt der Landschafts- und Kulturpark Aqua Magica ein, der sich zwischen Löhne und der im Nachbarkreis Minden-Lübbecke liegenden Stadt Bad Oeynhausen befindet. Zur Landesgartenschau im Jahr 2000 war er auf einer Fläche von etwa 20 Hektar angelegt worden und besteht noch heute.

 

Bismarckturm
Zum Forst 4, 32049 Herford
Parkplatz „Hotel Waldesrand“, von dort etwa 10 Gehminuten entfernt
Telefon: 05221 121145
E-Mail: kontakt@bismarckturm-herford.de
Internet: www.bismarckturm-herford.de

Landschafts- und Kulturpark Aqua Magica
Bültestraße 50, 32584 Löhne
Telefon: 05732 100323
E-Mail: infoaquamagica@loehne.de
Internet: www.aquamagica.de

Markthalle Herford
Rathausplatz 2, 32052 Herford
Telefon Stadtmarketing: 05221 189150
Internet: www.markthalle.herford.de

Marta Herford
Goebenstraße 2-10, 32052 Herford
Telefon: 05221 9944300
E-Mail: info@marta-herford.de
Internet: www.marta-herford.de

Widukind-Museum
Kirchplatz 10, 3210 Enger
Telefon: 05224 910995

E-Mail: info@widukind-museum-enger.de
Internet: www.widukind-museum-enger.de

Kreis Minden-Lübbecke
Der Mühlenkreis Minden-Lübbecke ist ein Paradies für Radfahrer. Auf einer 280 Kilometer langen Strecke führt das ausgewiesene Radwegenetz durch den gesamten Kreis und vorbei an insgesamt 43 restaurierten Wind-, Wasser- und Rossmühlen sowie einer mahlfähigen Schiffmühle.

In Petershagen lädt das Storchenmuseum zu einem Besuch ein. Präparate, Filme, Medieninstallationen und Grafiken geben Einblicke in die Biologe und Lebenswelt der Störche. Auf der anderen Seite der Weser lässt sich historische Industrieluft schnuppern. Im Industriemuseum Glashütte Gernheim des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe lebt alte Glaskunst wieder auf.

Im Stadtteil Kleinenbremen von Porta Westfalica sind bis heute Fahrten in ein historisches Bergwerk möglich. In der Hauptsaison können Besucher von Dienstag bis Sonntag mehrmals täglich in einen Teil der stillgelegten Eisenerzgrube Wohlverwahrt im Wesergebirge einfahren. Im Betriebsgebäude ist das zugehörige Museum mit den Abteilungen Bergbau und Erdgeschichte untergebracht.

In Porta Westfalica blickt außerdem das imposante Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf die Weser hinab. Wanderer können es ihm gleichtun und die weite Aussicht genießen. Im Besucherzentrum erhalten sie zahlreiche Informationen über den Kaiser.

Ein paar Kilometer weiter nördlich steht das Wasser im Mittelpunkt. Das Wasserstraßenkreuz und die Schachtschleuse sind Besuchermagnete in Minden. Nördlich des Stadtzentrums wird der Mittellandkanal seit mehr als 100 Jahren über das Wesertal und die rund 13 Meter tiefer verlaufende Weser geführt.

 

Besucherbergwerk Kleinbremen
Rintelner Straße 396, 32457 Porta Westfalica
Telefon: 05722 90223
Internet: www.bb-mk.de

Glashütte Gernheim
Gernheim 12, 32469 Petershagen
Telefon: 05707 93110
Internet: www.lwl.org/industriemuseum/standorte/glashuette-gernheim

Kaiser Wilhelm-Denkmal
Kaiserstraße, 32457 Porta Westfalica
Internet: www.kaiser-wilhelm-denkmal.lwl.org/de

Wasserstraßenkreuz
Informationszentrum
Sympherstraße 12, 32425 Minden
Internet: www.wsa-minden.de/besuchen_sie_uns/informationszentrum_schachtschleuse/

Westfälisches Storchenmuseum
Haus Windheim No. 2
Im Grund 4, 32469 Petershagen
Telefon: 05705 9586771
Internet: www.stoerche-minden-luebbecke.de

Kreis Steinfurt

Zahlreiche Klöster und Herrensitze sowie eine Reihe an Naturparks und kulturelle Angebote gibt es im Kreis Steinfurt. In Rheine inmitten eines Landschaftschutzgebiets an der Ems liegt eines davon: das ehemalige Kreuzherrenkloster Bentlage. Die denkmalgeschützte Anlage aus dem 15. Jahrhundert ist heute Kulturzentrum, Museum und beliebtes Ausflugsziel.

Inmitten der Kulturlandschaft Bentlage befinden sich die Gebäude der historischen Salinenanlage, die bis 1952 Salz für den Kurbetrieb produzierte und an deren Gradierwerk man heute noch die gesunde salzhaltige Luft inhalieren kann. Der Naturzoo befindet sich ebenfalls in direkter Nachbarschaft.

Ein verbindendes Element zwischen den zuvor vorgestellten Regionen im Norden Westfalens ist der Teutoburger Wald. Im Kreis Steinfurt locken vor allem die Dörenther Klippen Jahr für Jahr zahlreiche Naturliebhaber an. Die Sandstein-Felsformation, die sich zwischen Ibbenbüren und Tecklenburg erstreckt, ist etwa vier Kilometer lang. Bis zu 40 Meter ragen die verwunschenen Felsen in die Höhe. Wer sie erklommen hat, kann bei gutem Wetter weit über das Münsterland blicken.

In direkter Nähe sind der Märchenwald und die Sommerrodelbahn in Ibbenbüren ab dem Frühling vor allem für Familien mit kleinen Kindern ein beliebtes Ausflugsziel. Auch der Naturpark NaturaGart ist in seiner Art besonders. Ursprünglich Freilandlabor und Anschauungsobjekt für Teichbautechniken, bieten die auf einer Fläche von rund 200.000 Quadratkilometern angelegten künstlichen Wasserlandschaften in Ibbenbüren ebenso ein willkommenes Ziel für Ausflügler. Diese können sich Inspirationen für den eigenen Garten holen oder einfach nur entspannen. Im Unterwasserpark ziehen Profitaucher sowie Teilnehmer von Schnuppertauchkursen in einem 300 Meter langen Höhlensystem ihre Runden und durch große Sichtfenster lassen sich an vielen Becken die Wasserlebewesen beobachten.

 

Dörenther Klippen
Wanderparkplatz: Münsterstraße 420, 49479 Ibbenbüren
Telefon: 05482 929182
Internet: www.teutoschleifen.de/teutoschleifen/doerenther-klippen.html

 

Freizeitpark Sommerrodelbahn mit Märchenwald
Münsterstraße 265, 49479 Ibbenbüren
Telefon: 05451 3226
Internet: www.sommerrodelbahn.de

Kloster Bentlage
Bentlager Weg 130, 48432 Rheine
Telefon: 05971 918400
Internet: www.kloster-bentlage.de

NaturaGart
Riesenbecker Straße 63-65, 49479 Ibbenbüren
Telefon: 05451 59340
Internet: www.naturagart.de

Naturzoo Rheine
Salinenstraße 150, 48432 Rheine
Telefon: 05971 161480
Internet: www.naturzoo.de

Münster
Ein Naherholungsgebiet mit besonderer Geschichte sind die Rieselfelder im Norden von Münster. Das Reservat für Wat- und Wasservögel war ursprünglich bewaldet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Bereich teilweise erschlossen und zur Verrieselung und damit zur Reinigung der städtischen Abwässer genutzt. Später rückten Grün- und Wasserflächen wieder in den Vordergrund. Heute sind die Rieselfelder Lebensraum für zahlreiche Insekten, Säugetiere, Fische, Amphibien und Reptilien. Zugleich dienen sie als Naherholungsgebiet. Beliebter Anlaufpunkt ist der Aussichtsturm.

Biologische Station „Rieselfelder Münster“ e.V.
Coermühle 181, 48157 Münster
Telefon: 0251 161760
Internet: wp.biostation-muenster.org

Text: Kirstin Oelgemöller, Fotos: Naturagart, Steffen Gude im Auftrag der Rheine.Tourismus.Veranstaltungen. e.V, LWL M. Holtappels, LWL Peter Hübbe, Widukind-Museum,
Denis Karabasch im Auftrag der Pro Herford GmbH


Faszination auf und an Gleisen

Heiße Kohlen, dichter Dampf – das lässt das Herz von Eisenbahnern höher schlagen. Dazu das klassische Pfeifen und Tuten, das bei der Erinnerung an historische Loks direkt im Ohr erklingt, und im Kopf spielt sich ein kleiner Film ab.

Ob Miniaturausführungen in der Modelleisenbahn oder eine echte Diesellokomotive: Ausflüge rund um das Thema Bahn bieten viele Facetten und Abwechslung. Liebhaber in der Region lassen Interessierte regelmäßig an ihrer Leidenschaft teilhaben. Oft darf nicht nur geguckt, sondern auch angefasst werden. An vergangene Zeiten erinnert wird man aber auch in Cafés, Restaurants und Kneipen, die in historischen Bahnhofsgebäuden oder an ehemaligen Zugstrecken beheimatet sind.

Unterwegs wie in vergangenen Zeiten
Gegründet im Mai 1977 als Abteilung des Verkehrsvereins, bestehen die Hammer Eisenbahnfreunde seit inzwischen mehr als 40 Jahren. Im Bahnhof Hamm RLG unterhält der Verein ein Betriebswerk mit einem zweigleisigen Lokschuppen. Anders als in einem gewöhnlichen Museum zeigen die Mitglieder den historischen Betrieb direkt am Objekt: kein Eisenbahnmuseum, sondern eine Museumseisenbahn. Regelmäßig finden Sonderfahrten mit Zielen im Umkreis von bis zu 350 Kilometern statt. Ebenso werden Fahrten auf der Kleinbahn nach Lippborg-Heintrop angeboten.

In der Adventszeit gibt es Nikolausfahrten. Am 7. und 8. Dezember, Samstag und Sonntag, haben Kinder die Möglichkeit, Väterchen Frost bei einem Ausflug in die Soester Börde zu begegnen. Die Strecke des Nostalgiezugs auf der Ruhr-Lippe-Eisenbahn nach Lippborg-Heintrop ist für Klein und Groß ein Erlebnis. Aus den warmen Abteilen heraus lässt sich die Winterlandschaft beobachten. Auf dem letzten Abschnitt des Ausflugs nach Lippborg-Heintrop treffen die Passagiere auf den Nikolaus, der eine Gabe für die jüngeren Gäste dabeihat. Fahrkarten gibt es auf der Internetseite der Eisenbahnfreunde. Im Frühjahr geht es mit den historischen Zügen sogar noch viel weiter. Sonderfahrten bis zur Nordseeküste werden angeboten. Oder schon am 18. Januar nach Winterberg.

Eisenbahnfreunde Hamm
Schumannstraße 35, 59063 Hamm
Telefon: 02381 540048
E-Mail: info@museumseisenbahn-hamm.de
Internet: www.museumseisenbahn-hamm.de
Öffnungszeiten:
Betriebszeiten: Mittwoch 19 bis 21 Uhr, Samstag 12 bis 18 Uhr;
Nikolausfahrten: 7. und 8. Dezember

Es dampft und zischt in Gütersloh
Ebenfalls auf die Gleise führt ein Ausflug zum Verein Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth in Gütersloh. Mit einer Tenderlokomotive hat die Bahn 1973 ihren Betrieb aufgenommen. Bei Sonderfahrten oder einem Besuch in der eigenen Gastronomie können sich Besucher rund um das Thema informieren. Der Verein besitzt eine Sammlung von Kleinbahnfahrzeugen – schmalspurige Eisenbahnen von nur lokaler Bedeutung – und Ausstattungsgegenständen.
Diese werden regelmäßig originalgetreu vorgeführt. Da die aktuellen Räumlichkeiten nicht ausreichen, wird ein zusätzliches Gebäude für das „Westfälische Kleinbahn- und Dampflokmuseum“ geplant.

Anfang Dezember besuchen der Nikolaus und Knecht Ruprecht die Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth und begleiten die mitreisenden Fahrgäste auf einer Reise in die Vergangenheit. Die mit einer Dampflok bespannten Nikolaus-Sonderzüge verkehren ab Mühlenstroth Kleinbahnhof in Gütersloh. Eine Anmeldung ist online erforderlich.

Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth
Westfälisches Kleinbahn- und Dampflokmuseum
Postdamm 166, 33334 Gütersloh
Telefon: 05241 68466
E-Mail: info@dkbm.de
Internet: www.dkbm.de
Nikolausfahrten: 30. November sowie 1., 6., 7. und 8. Dezember

Leidenschaft im Kleinstformat
Etwas kleiner, genauer gesagt im Maßstab 1:87, geht es in Rietberg-Neuenkirchen zu. Im Gebäude der Alten Volksschule hat die Interessengemeinschaft Modelleisenbahn, IGME 2000, ihre Anlagen aufgebaut. An Schautagen werden bis zu 60 Züge auf die Miniaturschienen geschickt und Interessierten präsentiert. Mehr als 32 Quadratmeter ist die H0-Anlage groß. Und sie wird Stück für Stück erweitert. „Seit 2001 bauen wir jeden Mittwochabend mit unseren aktiven Mitgliedern an der stationären Modellbahn im gesamten Obergeschoss der Alten Volkshochschule“, erklärt der Vorsitzende Mathias Wilke.

Die Anlage trägt den Titel „Rietkirchen“ – eine Mischung aus Rietberg und Neuenkirchen – und zeigt nicht nur Züge, Schienen und Landschaften, sondern auch ein Bahnbetriebswerk zur Darstellung sämtlicher zur Lokversorgung benötigter Abläufe und Rangierbewegungen, führt Wilke aus. Betrieben werden können alle Abläufe über ein Digitalsystem oder aber – „des Fahrspaßes wegen“, wie Wilke betont – manuell.

Zusätzlich haben die Modellbahner ein Streckennetz in der Baugröße N (Maßstab 1:160) und eine Anlage für die jugendlichen Mitglieder des Vereins, die an jedem zweiten Samstag daran arbeiten. An den anderen Samstagen sind Schüler des Gymnasiums Nepomucenum aus Rietberg zu Gast. Sie bauen unter Anleitung eine eigene Anlage. Die Modellbahner können ihre Leidenschaft weitergeben, die Schüler in eine fremde Welt eintauchen.

Interessengemeinschaft Modelleisenbahn 2000
Gütersloher Straße 14, 33397 Rietberg-Neuenkirchen
E-Mail: post@igme2000ev.de
Internet: www.igme2000ev.de
Öffnungszeiten: Mittwoch ab 19.30 Uhr (Bauarbeiten), Baustellentag am 30. November und 1. Dezember,
Sonderfahrtag am 19. Januar sowie Führungen auf Anfrage

Genießen in historischem Ambiente
Ein historisches Schild, auf dem die Fahrtrichtung der Eisenbahn angezeigt wird, daneben eine alte Leuchte und an einer Wand ein großer Signalflügel. – „Langweilig wird es hier nicht. Man kann gut alleine bei uns sitzen und einfach nur gucken“, sagt Ingrid Duce. Sie spricht von der Kneipe Pängel Anton in Enniger. Seit 1988 führt sie diese mit Helmut Siebel. Gegenüber der Haltestelle Tönnishäuschen ist in den vergangenen 29 Jahren eine Art Museum entstanden, in dem es viel zu entdecken gibt.

„Die Tradition und Kultur von Bahnhofskneipen aufrechtzuerhalten, liegt mir sehr am Herzen“, sagt Duce. Zeitweise habe ihre Kneipe die Bahnhofsfunktion übernommen – Fahrkartenverkauf inklusive. Inzwischen kommt hin und wieder ein Güterszug vorbei, oder aber die Eisenbahnfreunde Lengerich veranstalten auf der Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn Sonderfahrten wie die Glühweinfahrt am Sonntag vor Weihnachten. Auch am 4. Januar können Gäste in Enniger wieder zusteigen. – „Und wer etwas eher kommt, kann sich bei uns umgucken“, sagt Duce. An Tagen, an denen Sonderfahrten stattfinden, fühle sie sich in eine andere Zeit zurückversetzt. „Das ist ein ganz besonderes Flair, ob bei den Dampfloks oder Oldtimertreffen, die hier auch regelmäßig stattfinden.“

Der Name „Pängel Anton“ sei gewählt worden, um die Verbindung zur Eisenbahn wiederherzustellen. „Das bedeutet: Bimmelbahn“, verrät die Inhaberin. Am Wochenende bietet das Team Kaffee und Kuchen an. Außerdem gibt es stets Kleinigkeiten wie Baguette, Flammkuchen und Suppe. „Hier soll niemand hungrig nach Hause gehen“, sagt Siebel. Einen speziellen Lieblingsplatz unter den 55 Sitzmöglichkeiten hat keiner der beiden. „Wenn man woanders sitzt, hat man einen anderen Blick und man bekommt einen ganz anderen Eindruck von der Kneipe, das ist immer wieder schön“, sagt Duce.

Pängel Anton
Neuengraben 12, 59320 Ennigerloh
Telefon: 02528 1375
Internet: www.paengel-anton.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 16 bis 23 Uhr, Sonntag und an Feiertagen 11 bis 20 Uhr;
Samstag nur Veranstaltungen, Einlass ab 19 Uhr, Beginn um 20.30 Uhr; sowie jederzeit auf Anfrage

Kaffeetrinken an den Gleisen
Im Café Hüftgold in Beelen erinnert die Inneneinrichtung nicht mehr an das, was das historische Gebäude einst beherbergt hat. Dafür ist der Charme des alten Bahnhofs von außen umso besser zu erkennen. Und direkt vor dem Fenster und der Außenterrasse verkehren im Stundentakt bis heute die Bahnen auf der Strecke zwischen Münster und Bielefeld. „Es gibt Gäste, die bemessen ihre Zeit, die sie bei uns verbringen, an den vorbeifahrenden Zügen“, sagt Tina Behnke und lacht. Sie hat das Café 2015, den angrenzenden Pralinenladen bereits 2012 eröffnet. Dafür wurden die alte Wartehalle sowie die Güterhalle umgebaut.

Ihre Gäste – bis zu 50 finden im Café Platz – dürfen sich von Donnerstag bis Sonntag auf selbst gebackene Torten und hauseigene Pralinen freuen. Besonders die Hüftgoldtorte mit Schoko-Pralinenmus ist der Renner, sagt Behnke. In der Vorweihnachtszeit finden außerdem drei Adventsdinner  statt – und jederzeit gibt es die vorbeifahrenden Züge zu bestaunen.

Café Hüftgold
Bahnhofstraße 3, 48361 Beelen
Telefon: 02586 8828358
E-Mail: info@dein-hueftgold.de
Internet: www.dein-hueftgold.de
Öffnungszeiten: Café: Donnerstag bis Sonntag 9 bis 18 Uhr; Laden: Donnerstag und Freitag 9 bis 18 Uhr,
Samstag 9 bis 13 Uhr, Sonntag 11 bis 16 Uhr, sowie jederzeit auf Anfrage

Text: Christian Dresmann, Kirstin Oelgemöller und Jana Sobolewski, Fotos: Kirstin Oelgemöller, Dampfkleinbahn Mühlenstroth,
Museumseisenbahn Hamm und IG Modelleisenbahn


Fachwerk-Idylle entlang der Ems

Entspannt von der Doppelstadt Rheda-Wiedenbrück nach Rietberg, der Stadt der schönen Giebel – das geht am besten mit dem Fahrrad.

Die Fahrräder sind stehen bereit, die Sonne lugt hinter den Wolken hervor und der Tourenplan ist einstudiert: Einer Rundtour zwischen den nach Einwohnernzahlen zweit- und drittgrößten Städten im Kreis Gütersloh steht an diesem Tag nichts mehr im Wege. Am Emssee in Rheda-Wiedenbrück schwingen sich die Ausflügler auf ihre Räder. Das Auto haben sie zuvor am kostenfreien Parkplatz auf dem Nordwall abgestellt. Zunächst geht es raus aus dem Flora-Westfalica-Park und der Innenstadt in Richtung des Stadtteils St. Vit. Denn nur zwei Kilometer vom Startpunkt entfernt liegt das erste Ziel, das die Radfahrer ansteuern: das Radio- und Telefonmuseum im Verstärkeramt.

Als „Zeitreise in die Vergangenheit“ bezeichnen die Betreiber das Museum. Es ist in den Räumen eines alten Bauernhauses untergebracht – und das passt gut zu dem, was die Besucher erwartet. Radios, Röhren und Telefone wirken auf den ersten Blick noch vertraut. Von Tonbandgeräten, Funktechnik und Fernschreibern hingegen kann mit Sicherheit nicht jeder Besucher sagen, sie schon einmal gesehen, geschweige denn benutzt zu haben. Wer einen Schritt über die Schwelle setzt, begibt sich auf eine Reise in vergangene Zeiten. Diese steht Besuchern das ganze Jahr über jeweils am Samstag- und Sonntagnachmittag offen.

Wenig später steigen die Ausflügler wieder auf ihre Fahrräder und machen sich auf den Weg in Richtung Rietberg. Im Rheda-Wiedenbrücker Ortsteil Röckinghausen biegen sie auf den Haus-Aussel-Weg ab, um zum gleichnamigen ehemaligen Burgmannshof zu gelangen. Nachdem die Radfahrer einige Häuser passiert haben, verläuft der Weg unter einer Brücke hindurch. Er führt hinein in einen Wald. Einen geteerten Radweg gibt es nicht mehr. Die nächsten etwa 500 Meter führt die Strecke über unwegsames Gelände mitten durch die Natur. Wer befestigte Wege bevorzugt, sollte in Röckinghausen der Lippstädter Straße weiter folgen, die knapp einen Kilometer später wieder auf die „hierzulande“-Route trifft.

Bald kommt das Haus Aussel in Sicht. Heute befindet sich das Gut in Privatbesitz. Vier Ecktürme kennzeichnen das unter Denkmalschutz stehende und an einem Teich gelegene Herrenhaus. Ergänzt wird die Gesamtanlage durch ein Bauhaus, ein großes Stallgebäude sowie einen Schweinestall mit Remise. Die Tour führt die Radfahrer um das Gelände herum. Für wenige Meter geht es an der Rückseite des Gutshofs über einen Feldweg, bevor die Radfahrer auf geteerten Untergrund zurückkehren. Auf dem Weg nach Rietberg steuern sie den Stadtteil Bokel an. Sie kommen an der Kirche vorbei, lassen das Dorf dann aber hinter sich.

Nach weiteren fünf Kilometern haben sie die Stadt der schönen Giebel erreicht. Die Radfahrer haben das Café Münte als Zwischenziel auserkoren. Bereits bei der Anfahrt steigt die Vorfreude. Der Giebel weiß mit Fachwerk und einem aufwendig gestalteten großen Glasfenster, das einst ein Tor war, zu begeistern. „Herzlich willkommen. Schön, dass Sie da sind“, begrüßt Inhaberin Silvia Holthaus ihre Gäste. Ob draußen vor dem Giebel, um die Ecke im ruhigen Garten oder im Café –
es bieten sich viele gemütliche Plätze. Seit 23 Jahren bietet Holthaus mitten in der Rietberger Innenstadt selbst gebackene Torten und Kuchen an – am Wochenende haben Gäste die Wahl zwischen 20 verschiedenen Sorten. Außerdem gibt es immer ein Frühstücksbüfett und am Mittag täglich wechselnd eine kleine Auswahl an Speisen.

Mit neuer Kraft machen sich die Ausflügler auf den Rückweg nach Rheda-Wiedenbrück. Über die Rathausstraße leitet sie ihre vorgesehene Strecke bis zur Ems. Bis zum Emssee, der ein paar Kilometer hinter Rietberg liegt, folgen sie dem Verlauf des Flusses. Dort bietet sich an einer Bank mit Tisch eine Möglichkeit zur Rast. Ein Aussichtsturm lädt dazu ein, den Blick über die Umgebung schweifen zu lassen. Straßenschilder weisen bereits den Weg nach Wiedenbrück. Das Radfahrnetz ist gut ausgeschildert. Immerhin folgt die Tour dem offiziellen Emsradweg. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ziel. Das Zentrum Wiedenbrücks umfahren die Ausflügler südlich der Stadt – geradewegs in Richtung Emssee. Dort angekommen, bietet sich die Gelegenheit, die Fahrräder abzustellen und das ehemalige Gartenschaugelände zu Fuß zu erkunden.

Adressen:
Café Münte
Müntestraße 2, 33397 Rietberg
Telefon: 05244 988877
Internet: www.rietberg.de/unterkuenfte/muente-cafe
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag sowie an  Sonn- und Feiertagen 9 bis 18.30 Uhr, Samstag 10 bis 18 Uhr

Haus Aussel
Lippstädter Straße 133, 33378 Rheda-Wiedenbrück

Radio- u. Telefonmuseum  im Verstärkeramt
Eusterbrockstraße 44, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Telefon: 05242 4129911 (z. d. Öffnungszeiten)
E-Mail: Kontakt@Verstaerkeramt.eu
Internet: www.verstaerkeramt.eu
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr, am Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 8. September,
von 11 bis 18 Uhr

Text und Fotos: Kirstin Oelgemöller

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