Ausflugstipps

Unterwegs im Norden Westfalens

Was haben der Norden Ostwestfalens und des Münsterlandes in dieser Jahreszeit zu bieten? Dieser Frage sind wir für Sie nachgegangen. Dabei sind wir auf zahlreiche Ziele gestoßen. Eine Auswahl, sowohl für Erwachsene als auch für Familien gedacht, stellen wir auf den folgenden Seiten vor.

 

Kreis Herford

Rund um die Hansestadt Herford erstreckt sich eine Region, die auch als Wittekindsland bezeichnet wird. Der Name beruht auf dem Sachsenkönig Widukind (einst Wittekind), dessen Gebeine in der Stiftskirche zu Enger ruhen. Im benachbarten Widukind-Museum überschreiten Besucher ein imaginäres Schlachtfeld mit Relikten aus den Sachsenkriegen.

Die Stadt Herford selbst ist geprägt von Geschichte und Moderne. Gotische Sakralarchitektur, darunter vier kunstgeschichtlich bedeutende Hallenkirchen, reiht sich an den modernen Museumsbau Marta Herford. Das Museum für moderne Kunst, in dem es keinen rechten Winkel gibt, wurde von Architekt Frank Gehry geschaffen. Wer weniger kunstbegeistert ist und stattdessen schlemmen möchte, ist in der Markthalle der Kreisstadt am richtigen Ort. Im Innern bieten 35 Händler dienstags, donnerstags, freitags und samstags ihre Spezialitäten und Köstlichkeiten an. Außerdem findet dienstags, donnerstags und samstags vor der Tür der Wochenmarkt statt.

Im Herforder Waldgebiet Stuckenberg gelegen ist der Bismarckturm, der ab April am ersten, dritten und fünften Sonntag im Monat sowie an Feiertagen besichtigt werden kann. Wer gut zu Fuß ist, kann von dort aus nach Bad Salzuflen wandern und den Kurpark sowie die Salinen in der Innenstadt besichtigen.

Zum Verweilen lädt der Landschafts- und Kulturpark Aqua Magica ein, der sich zwischen Löhne und der im Nachbarkreis Minden-Lübbecke liegenden Stadt Bad Oeynhausen befindet. Zur Landesgartenschau im Jahr 2000 war er auf einer Fläche von etwa 20 Hektar angelegt worden und besteht noch heute.

 

Bismarckturm
Zum Forst 4, 32049 Herford
Parkplatz „Hotel Waldesrand“, von dort etwa 10 Gehminuten entfernt
Telefon: 05221 121145
E-Mail: kontakt@bismarckturm-herford.de
Internet: www.bismarckturm-herford.de

Landschafts- und Kulturpark Aqua Magica
Bültestraße 50, 32584 Löhne
Telefon: 05732 100323
E-Mail: infoaquamagica@loehne.de
Internet: www.aquamagica.de

Markthalle Herford
Rathausplatz 2, 32052 Herford
Telefon Stadtmarketing: 05221 189150
Internet: www.markthalle.herford.de

Marta Herford
Goebenstraße 2-10, 32052 Herford
Telefon: 05221 9944300
E-Mail: info@marta-herford.de
Internet: www.marta-herford.de

Widukind-Museum
Kirchplatz 10, 3210 Enger
Telefon: 05224 910995

E-Mail: info@widukind-museum-enger.de
Internet: www.widukind-museum-enger.de

 

Kreis Minden-Lübbecke
Der Mühlenkreis Minden-Lübbecke ist ein Paradies für Radfahrer. Auf einer 280 Kilometer langen Strecke führt das ausgewiesene Radwegenetz durch den gesamten Kreis und vorbei an insgesamt 43 restaurierten Wind-, Wasser- und Rossmühlen sowie einer mahlfähigen Schiffmühle.

In Petershagen lädt das Storchenmuseum zu einem Besuch ein. Präparate, Filme, Medieninstallationen und Grafiken geben Einblicke in die Biologe und Lebenswelt der Störche. Auf der anderen Seite der Weser lässt sich historische Industrieluft schnuppern. Im Industriemuseum Glashütte Gernheim des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe lebt alte Glaskunst wieder auf.

Im Stadtteil Kleinenbremen von Porta Westfalica sind bis heute Fahrten in ein historisches Bergwerk möglich. In der Hauptsaison können Besucher von Dienstag bis Sonntag mehrmals täglich in einen Teil der stillgelegten Eisenerzgrube Wohlverwahrt im Wesergebirge einfahren. Im Betriebsgebäude ist das zugehörige Museum mit den Abteilungen Bergbau und Erdgeschichte untergebracht.

In Porta Westfalica blickt außerdem das imposante Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf die Weser hinab. Wanderer können es ihm gleichtun und die weite Aussicht genießen. Im Besucherzentrum erhalten sie zahlreiche Informationen über den Kaiser.

Ein paar Kilometer weiter nördlich steht das Wasser im Mittelpunkt. Das Wasserstraßenkreuz und die Schachtschleuse sind Besuchermagnete in Minden. Nördlich des Stadtzentrums wird der Mittellandkanal seit mehr als 100 Jahren über das Wesertal und die rund 13 Meter tiefer verlaufende Weser geführt.

 

 

Besucherbergwerk Kleinbremen
Rintelner Straße 396, 32457 Porta Westfalica
Telefon: 05722 90223
Internet: www.bb-mk.de

Glashütte Gernheim
Gernheim 12, 32469 Petershagen
Telefon: 05707 93110
Internet: www.lwl.org/industriemuseum/standorte/glashuette-gernheim

Kaiser Wilhelm-Denkmal
Kaiserstraße, 32457 Porta Westfalica
Internet: www.kaiser-wilhelm-denkmal.lwl.org/de

Wasserstraßenkreuz
Informationszentrum
Sympherstraße 12, 32425 Minden
Internet: www.wsa-minden.de/besuchen_sie_uns/informationszentrum_schachtschleuse/

Westfälisches Storchenmuseum
Haus Windheim No. 2
Im Grund 4, 32469 Petershagen
Telefon: 05705 9586771
Internet: www.stoerche-minden-luebbecke.de

 

Kreis Steinfurt

Zahlreiche Klöster und Herrensitze sowie eine Reihe an Naturparks und kulturelle Angebote gibt es im Kreis Steinfurt. In Rheine inmitten eines Landschaftschutzgebiets an der Ems liegt eines davon: das ehemalige Kreuzherrenkloster Bentlage. Die denkmalgeschützte Anlage aus dem 15. Jahrhundert ist heute Kulturzentrum, Museum und beliebtes Ausflugsziel.

Inmitten der Kulturlandschaft Bentlage befinden sich die Gebäude der historischen Salinenanlage, die bis 1952 Salz für den Kurbetrieb produzierte und an deren Gradierwerk man heute noch die gesunde salzhaltige Luft inhalieren kann. Der Naturzoo befindet sich ebenfalls in direkter Nachbarschaft.

Ein verbindendes Element zwischen den zuvor vorgestellten Regionen im Norden Westfalens ist der Teutoburger Wald. Im Kreis Steinfurt locken vor allem die Dörenther Klippen Jahr für Jahr zahlreiche Naturliebhaber an. Die Sandstein-Felsformation, die sich zwischen Ibbenbüren und Tecklenburg erstreckt, ist etwa vier Kilometer lang. Bis zu 40 Meter ragen die verwunschenen Felsen in die Höhe. Wer sie erklommen hat, kann bei gutem Wetter weit über das Münsterland blicken.

In direkter Nähe sind der Märchenwald und die Sommerrodelbahn in Ibbenbüren ab dem Frühling vor allem für Familien mit kleinen Kindern ein beliebtes Ausflugsziel. Auch der Naturpark NaturaGart ist in seiner Art besonders. Ursprünglich Freilandlabor und Anschauungsobjekt für Teichbautechniken, bieten die auf einer Fläche von rund 200.000 Quadratkilometern angelegten künstlichen Wasserlandschaften in Ibbenbüren ebenso ein willkommenes Ziel für Ausflügler. Diese können sich Inspirationen für den eigenen Garten holen oder einfach nur entspannen. Im Unterwasserpark ziehen Profitaucher sowie Teilnehmer von Schnuppertauchkursen in einem 300 Meter langen Höhlensystem ihre Runden und durch große Sichtfenster lassen sich an vielen Becken die Wasserlebewesen beobachten.

 

 

Dörenther Klippen
Wanderparkplatz: Münsterstraße 420, 49479 Ibbenbüren
Telefon: 05482 929182
Internet: www.teutoschleifen.de/teutoschleifen/doerenther-klippen.html

 

Freizeitpark Sommerrodelbahn mit Märchenwald
Münsterstraße 265, 49479 Ibbenbüren
Telefon: 05451 3226
Internet: www.sommerrodelbahn.de

Kloster Bentlage
Bentlager Weg 130, 48432 Rheine
Telefon: 05971 918400
Internet: www.kloster-bentlage.de

NaturaGart
Riesenbecker Straße 63-65, 49479 Ibbenbüren
Telefon: 05451 59340
Internet: www.naturagart.de

Naturzoo Rheine
Salinenstraße 150, 48432 Rheine
Telefon: 05971 161480
Internet: www.naturzoo.de

 

Münster

Ein Naherholungsgebiet mit besonderer Geschichte sind die Rieselfelder im Norden von Münster. Das Reservat für Wat- und Wasservögel war ursprünglich bewaldet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Bereich teilweise erschlossen und zur Verrieselung und damit zur Reinigung der städtischen Abwässer genutzt. Später rückten Grün- und Wasserflächen wieder in den Vordergrund. Heute sind die Rieselfelder Lebensraum für zahlreiche Insekten, Säugetiere, Fische, Amphibien und Reptilien. Zugleich dienen sie als Naherholungsgebiet. Beliebter Anlaufpunkt ist der Aussichtsturm.

 

Biologische Station „Rieselfelder Münster“ e.V.
Coermühle 181, 48157 Münster
Telefon: 0251 161760
Internet: wp.biostation-muenster.org

Text: Kirstin Oelgemöller, Fotos: Naturagart, Steffen Gude im Auftrag der Rheine.Tourismus.Veranstaltungen. e.V, LWL M. Holtappels, LWL Peter Hübbe, Widukind-Museum,
Denis Karabasch im Auftrag der Pro Herford GmbH


Faszination auf und an Gleisen

Heiße Kohlen, dichter Dampf – das lässt das Herz von Eisenbahnern höher schlagen. Dazu das klassische Pfeifen und Tuten, das bei der Erinnerung an historische Loks direkt im Ohr erklingt, und im Kopf spielt sich ein kleiner Film ab.

Ob Miniaturausführungen in der Modelleisenbahn oder eine echte Diesellokomotive: Ausflüge rund um das Thema Bahn bieten viele Facetten und Abwechslung. Liebhaber in der Region lassen Interessierte regelmäßig an ihrer Leidenschaft teilhaben. Oft darf nicht nur geguckt, sondern auch angefasst werden. An vergangene Zeiten erinnert wird man aber auch in Cafés, Restaurants und Kneipen, die in historischen Bahnhofsgebäuden oder an ehemaligen Zugstrecken beheimatet sind.

Unterwegs wie in vergangenen Zeiten
Gegründet im Mai 1977 als Abteilung des Verkehrsvereins, bestehen die Hammer Eisenbahnfreunde seit inzwischen mehr als 40 Jahren. Im Bahnhof Hamm RLG unterhält der Verein ein Betriebswerk mit einem zweigleisigen Lokschuppen. Anders als in einem gewöhnlichen Museum zeigen die Mitglieder den historischen Betrieb direkt am Objekt: kein Eisenbahnmuseum, sondern eine Museumseisenbahn. Regelmäßig finden Sonderfahrten mit Zielen im Umkreis von bis zu 350 Kilometern statt. Ebenso werden Fahrten auf der Kleinbahn nach Lippborg-Heintrop angeboten.

In der Adventszeit gibt es Nikolausfahrten. Am 7. und 8. Dezember, Samstag und Sonntag, haben Kinder die Möglichkeit, Väterchen Frost bei einem Ausflug in die Soester Börde zu begegnen. Die Strecke des Nostalgiezugs auf der Ruhr-Lippe-Eisenbahn nach Lippborg-Heintrop ist für Klein und Groß ein Erlebnis. Aus den warmen Abteilen heraus lässt sich die Winterlandschaft beobachten. Auf dem letzten Abschnitt des Ausflugs nach Lippborg-Heintrop treffen die Passagiere auf den Nikolaus, der eine Gabe für die jüngeren Gäste dabeihat. Fahrkarten gibt es auf der Internetseite der Eisenbahnfreunde. Im Frühjahr geht es mit den historischen Zügen sogar noch viel weiter. Sonderfahrten bis zur Nordseeküste werden angeboten. Oder schon am 18. Januar nach Winterberg.

Eisenbahnfreunde Hamm
Schumannstraße 35, 59063 Hamm
Telefon: 02381 540048
E-Mail: info@museumseisenbahn-hamm.de
Internet: www.museumseisenbahn-hamm.de
Öffnungszeiten:
Betriebszeiten: Mittwoch 19 bis 21 Uhr, Samstag 12 bis 18 Uhr;
Nikolausfahrten: 7. und 8. Dezember

Es dampft und zischt in Gütersloh
Ebenfalls auf die Gleise führt ein Ausflug zum Verein Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth in Gütersloh. Mit einer Tenderlokomotive hat die Bahn 1973 ihren Betrieb aufgenommen. Bei Sonderfahrten oder einem Besuch in der eigenen Gastronomie können sich Besucher rund um das Thema informieren. Der Verein besitzt eine Sammlung von Kleinbahnfahrzeugen – schmalspurige Eisenbahnen von nur lokaler Bedeutung – und Ausstattungsgegenständen.
Diese werden regelmäßig originalgetreu vorgeführt. Da die aktuellen Räumlichkeiten nicht ausreichen, wird ein zusätzliches Gebäude für das „Westfälische Kleinbahn- und Dampflokmuseum“ geplant.

Anfang Dezember besuchen der Nikolaus und Knecht Ruprecht die Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth und begleiten die mitreisenden Fahrgäste auf einer Reise in die Vergangenheit. Die mit einer Dampflok bespannten Nikolaus-Sonderzüge verkehren ab Mühlenstroth Kleinbahnhof in Gütersloh. Eine Anmeldung ist online erforderlich.

Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth
Westfälisches Kleinbahn- und Dampflokmuseum
Postdamm 166, 33334 Gütersloh
Telefon: 05241 68466
E-Mail: info@dkbm.de
Internet: www.dkbm.de
Nikolausfahrten: 30. November sowie 1., 6., 7. und 8. Dezember

Leidenschaft im Kleinstformat
Etwas kleiner, genauer gesagt im Maßstab 1:87, geht es in Rietberg-Neuenkirchen zu. Im Gebäude der Alten Volksschule hat die Interessengemeinschaft Modelleisenbahn, IGME 2000, ihre Anlagen aufgebaut. An Schautagen werden bis zu 60 Züge auf die Miniaturschienen geschickt und Interessierten präsentiert. Mehr als 32 Quadratmeter ist die H0-Anlage groß. Und sie wird Stück für Stück erweitert. „Seit 2001 bauen wir jeden Mittwochabend mit unseren aktiven Mitgliedern an der stationären Modellbahn im gesamten Obergeschoss der Alten Volkshochschule“, erklärt der Vorsitzende Mathias Wilke.

Die Anlage trägt den Titel „Rietkirchen“ – eine Mischung aus Rietberg und Neuenkirchen – und zeigt nicht nur Züge, Schienen und Landschaften, sondern auch ein Bahnbetriebswerk zur Darstellung sämtlicher zur Lokversorgung benötigter Abläufe und Rangierbewegungen, führt Wilke aus. Betrieben werden können alle Abläufe über ein Digitalsystem oder aber – „des Fahrspaßes wegen“, wie Wilke betont – manuell.

Zusätzlich haben die Modellbahner ein Streckennetz in der Baugröße N (Maßstab 1:160) und eine Anlage für die jugendlichen Mitglieder des Vereins, die an jedem zweiten Samstag daran arbeiten. An den anderen Samstagen sind Schüler des Gymnasiums Nepomucenum aus Rietberg zu Gast. Sie bauen unter Anleitung eine eigene Anlage. Die Modellbahner können ihre Leidenschaft weitergeben, die Schüler in eine fremde Welt eintauchen.

Interessengemeinschaft Modelleisenbahn 2000
Gütersloher Straße 14, 33397 Rietberg-Neuenkirchen
E-Mail: post@igme2000ev.de
Internet: www.igme2000ev.de
Öffnungszeiten: Mittwoch ab 19.30 Uhr (Bauarbeiten), Baustellentag am 30. November und 1. Dezember,
Sonderfahrtag am 19. Januar sowie Führungen auf Anfrage

Genießen in historischem Ambiente
Ein historisches Schild, auf dem die Fahrtrichtung der Eisenbahn angezeigt wird, daneben eine alte Leuchte und an einer Wand ein großer Signalflügel. – „Langweilig wird es hier nicht. Man kann gut alleine bei uns sitzen und einfach nur gucken“, sagt Ingrid Duce. Sie spricht von der Kneipe Pängel Anton in Enniger. Seit 1988 führt sie diese mit Helmut Siebel. Gegenüber der Haltestelle Tönnishäuschen ist in den vergangenen 29 Jahren eine Art Museum entstanden, in dem es viel zu entdecken gibt.

„Die Tradition und Kultur von Bahnhofskneipen aufrechtzuerhalten, liegt mir sehr am Herzen“, sagt Duce. Zeitweise habe ihre Kneipe die Bahnhofsfunktion übernommen – Fahrkartenverkauf inklusive. Inzwischen kommt hin und wieder ein Güterszug vorbei, oder aber die Eisenbahnfreunde Lengerich veranstalten auf der Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn Sonderfahrten wie die Glühweinfahrt am Sonntag vor Weihnachten. Auch am 4. Januar können Gäste in Enniger wieder zusteigen. – „Und wer etwas eher kommt, kann sich bei uns umgucken“, sagt Duce. An Tagen, an denen Sonderfahrten stattfinden, fühle sie sich in eine andere Zeit zurückversetzt. „Das ist ein ganz besonderes Flair, ob bei den Dampfloks oder Oldtimertreffen, die hier auch regelmäßig stattfinden.“

Der Name „Pängel Anton“ sei gewählt worden, um die Verbindung zur Eisenbahn wiederherzustellen. „Das bedeutet: Bimmelbahn“, verrät die Inhaberin. Am Wochenende bietet das Team Kaffee und Kuchen an. Außerdem gibt es stets Kleinigkeiten wie Baguette, Flammkuchen und Suppe. „Hier soll niemand hungrig nach Hause gehen“, sagt Siebel. Einen speziellen Lieblingsplatz unter den 55 Sitzmöglichkeiten hat keiner der beiden. „Wenn man woanders sitzt, hat man einen anderen Blick und man bekommt einen ganz anderen Eindruck von der Kneipe, das ist immer wieder schön“, sagt Duce.

Pängel Anton
Neuengraben 12, 59320 Ennigerloh
Telefon: 02528 1375
Internet: www.paengel-anton.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 16 bis 23 Uhr, Sonntag und an Feiertagen 11 bis 20 Uhr; Samstag nur Veranstaltungen, Einlass ab 19 Uhr, Beginn um 20.30 Uhr; sowie jederzeit auf Anfrage

Kaffeetrinken an den Gleisen
Im Café Hüftgold in Beelen erinnert die Inneneinrichtung nicht mehr an das, was das historische Gebäude einst beherbergt hat. Dafür ist der Charme des alten Bahnhofs von außen umso besser zu erkennen. Und direkt vor dem Fenster und der Außenterrasse verkehren im Stundentakt bis heute die Bahnen auf der Strecke zwischen Münster und Bielefeld. „Es gibt Gäste, die bemessen ihre Zeit, die sie bei uns verbringen, an den vorbeifahrenden Zügen“, sagt Tina Behnke und lacht. Sie hat das Café 2015, den angrenzenden Pralinenladen bereits 2012 eröffnet. Dafür wurden die alte Wartehalle sowie die Güterhalle umgebaut.

Ihre Gäste – bis zu 50 finden im Café Platz – dürfen sich von Donnerstag bis Sonntag auf selbst gebackene Torten und hauseigene Pralinen freuen. Besonders die Hüftgoldtorte mit Schoko-Pralinenmus ist der Renner, sagt Behnke. In der Vorweihnachtszeit finden außerdem drei Adventsdinner  statt – und jederzeit gibt es die vorbeifahrenden Züge zu bestaunen.

Café Hüftgold
Bahnhofstraße 3, 48361 Beelen
Telefon: 02586 8828358
E-Mail: info@dein-hueftgold.de
Internet: www.dein-hueftgold.de
Öffnungszeiten: Café: Donnerstag bis Sonntag 9 bis 18 Uhr; Laden: Donnerstag und Freitag 9 bis 18 Uhr,
Samstag 9 bis 13 Uhr, Sonntag 11 bis 16 Uhr, sowie jederzeit auf Anfrage

Text: Christian Dresmann, Kirstin Oelgemöller und Jana Sobolewski, Fotos: Kirstin Oelgemöller, Dampfkleinbahn Mühlenstroth,
Museumseisenbahn Hamm und IG Modelleisenbahn


Fachwerk-Idylle entlang der Ems

Entspannt von der Doppelstadt Rheda-Wiedenbrück nach Rietberg, der Stadt der schönen Giebel – das geht am besten mit dem Fahrrad.

Die Fahrräder sind stehen bereit, die Sonne lugt hinter den Wolken hervor und der Tourenplan ist einstudiert: Einer Rundtour zwischen den nach Einwohnernzahlen zweit- und drittgrößten Städten im Kreis Gütersloh steht an diesem Tag nichts mehr im Wege. Am Emssee in Rheda-Wiedenbrück schwingen sich die Ausflügler auf ihre Räder. Das Auto haben sie zuvor am kostenfreien Parkplatz auf dem Nordwall abgestellt. Zunächst geht es raus aus dem Flora-Westfalica-Park und der Innenstadt in Richtung des Stadtteils St. Vit. Denn nur zwei Kilometer vom Startpunkt entfernt liegt das erste Ziel, das die Radfahrer ansteuern: das Radio- und Telefonmuseum im Verstärkeramt.

Als „Zeitreise in die Vergangenheit“ bezeichnen die Betreiber das Museum. Es ist in den Räumen eines alten Bauernhauses untergebracht – und das passt gut zu dem, was die Besucher erwartet. Radios, Röhren und Telefone wirken auf den ersten Blick noch vertraut. Von Tonbandgeräten, Funktechnik und Fernschreibern hingegen kann mit Sicherheit nicht jeder Besucher sagen, sie schon einmal gesehen, geschweige denn benutzt zu haben. Wer einen Schritt über die Schwelle setzt, begibt sich auf eine Reise in vergangene Zeiten. Diese steht Besuchern das ganze Jahr über jeweils am Samstag- und Sonntagnachmittag offen.

Wenig später steigen die Ausflügler wieder auf ihre Fahrräder und machen sich auf den Weg in Richtung Rietberg. Im Rheda-Wiedenbrücker Ortsteil Röckinghausen biegen sie auf den Haus-Aussel-Weg ab, um zum gleichnamigen ehemaligen Burgmannshof zu gelangen. Nachdem die Radfahrer einige Häuser passiert haben, verläuft der Weg unter einer Brücke hindurch. Er führt hinein in einen Wald. Einen geteerten Radweg gibt es nicht mehr. Die nächsten etwa 500 Meter führt die Strecke über unwegsames Gelände mitten durch die Natur. Wer befestigte Wege bevorzugt, sollte in Röckinghausen der Lippstädter Straße weiter folgen, die knapp einen Kilometer später wieder auf die „hierzulande“-Route trifft.

Bald kommt das Haus Aussel in Sicht. Heute befindet sich das Gut in Privatbesitz. Vier Ecktürme kennzeichnen das unter Denkmalschutz stehende und an einem Teich gelegene Herrenhaus. Ergänzt wird die Gesamtanlage durch ein Bauhaus, ein großes Stallgebäude sowie einen Schweinestall mit Remise. Die Tour führt die Radfahrer um das Gelände herum. Für wenige Meter geht es an der Rückseite des Gutshofs über einen Feldweg, bevor die Radfahrer auf geteerten Untergrund zurückkehren. Auf dem Weg nach Rietberg steuern sie den Stadtteil Bokel an. Sie kommen an der Kirche vorbei, lassen das Dorf dann aber hinter sich.

Nach weiteren fünf Kilometern haben sie die Stadt der schönen Giebel erreicht. Die Radfahrer haben das Café Münte als Zwischenziel auserkoren. Bereits bei der Anfahrt steigt die Vorfreude. Der Giebel weiß mit Fachwerk und einem aufwendig gestalteten großen Glasfenster, das einst ein Tor war, zu begeistern. „Herzlich willkommen. Schön, dass Sie da sind“, begrüßt Inhaberin Silvia Holthaus ihre Gäste. Ob draußen vor dem Giebel, um die Ecke im ruhigen Garten oder im Café –
es bieten sich viele gemütliche Plätze. Seit 23 Jahren bietet Holthaus mitten in der Rietberger Innenstadt selbst gebackene Torten und Kuchen an – am Wochenende haben Gäste die Wahl zwischen 20 verschiedenen Sorten. Außerdem gibt es immer ein Frühstücksbüfett und am Mittag täglich wechselnd eine kleine Auswahl an Speisen.

Mit neuer Kraft machen sich die Ausflügler auf den Rückweg nach Rheda-Wiedenbrück. Über die Rathausstraße leitet sie ihre vorgesehene Strecke bis zur Ems. Bis zum Emssee, der ein paar Kilometer hinter Rietberg liegt, folgen sie dem Verlauf des Flusses. Dort bietet sich an einer Bank mit Tisch eine Möglichkeit zur Rast. Ein Aussichtsturm lädt dazu ein, den Blick über die Umgebung schweifen zu lassen. Straßenschilder weisen bereits den Weg nach Wiedenbrück. Das Radfahrnetz ist gut ausgeschildert. Immerhin folgt die Tour dem offiziellen Emsradweg. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ziel. Das Zentrum Wiedenbrücks umfahren die Ausflügler südlich der Stadt – geradewegs in Richtung Emssee. Dort angekommen, bietet sich die Gelegenheit, die Fahrräder abzustellen und das ehemalige Gartenschaugelände zu Fuß zu erkunden.

Adressen:
Café Münte
Müntestraße 2, 33397 Rietberg
Telefon: 05244 988877
Internet: www.rietberg.de/unterkuenfte/muente-cafe
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag sowie an  Sonn- und Feiertagen 9 bis 18.30 Uhr, Samstag 10 bis 18 Uhr

Haus Aussel
Lippstädter Straße 133, 33378 Rheda-Wiedenbrück

Radio- u. Telefonmuseum  im Verstärkeramt
Eusterbrockstraße 44, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Telefon: 05242 4129911 (z. d. Öffnungszeiten)
E-Mail: Kontakt@Verstaerkeramt.eu
Internet: www.verstaerkeramt.eu
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr, am Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 8. September,
von 11 bis 18 Uhr

Text und Fotos: Kirstin Oelgemöller

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Abkühlung an heißen Tagen

Hitze und viel Sonne haben den vergangenen Sommer geprägt. Wir geben Tipps, was Sie machen können, wenn es auch dieses Jahr wieder extrem heiß wird

1. Hinauf in luftige Höhen

Ein frisches Lüftchen um die Nase wehen lassen können Sie sich hoch oben – zum Beispiel im Hochseilklettergarten Schnurstracks im Gartenschaupark in Rietberg. Dort gibt es sieben Parcours mit insgesamt 44 Stationen.

Hinauf in rauschende Höhen geht es auch auf dem Baumwipfelpfad in Bad Iburg. Der Weg führt auf knapp 589 zu laufenden Meter an 30 Erlebnis- und Lernstationen vorbei in die Kronen der Bäume. Fünf Fledermausarten finden im Waldkurpark ein Zuhause und auf das Schloss der Stadt bieten sich besondere Aussichten.

Einen fantastischen Ausblick haben besonders Wagemutige bei einem Tandemflug beim Diomedea Gleitschirmclub Ahlen. Gemeinsam mit einem erfahrenen Piloten steigen die Mitflieger in ungeahnte Höhen, wo es auch mal ganz schön frisch werden kann. Mindestens 250 Meter, bei guten Bedingungen auch mehr als 1000 Meter trägt der Gleitschirm seine Passagiere hoch in den Himmel.

Adressen:
Hochseilklettergarten Schnurstracks
Im Gartenschaupark Rietberg
An den Teichwiesen 23, 33397 Rietberg
Telefon: 05244 9338988
E-Mail: info@schnurstracks-kletterparks.de
Internet: www.schnurstracks-kletterparks.de

Baumwipfelpfad Bad Iburg
Phillip-Sigismund-Allee 4, 49186 Bad Iburg
Telefon: 05403 404801
E-Mail: info@baumwipfel-badiburg.de
Internet: www.baumwipfelpfad-badiburg.de/

Diomedea Gleitschirmclub Ahlen
Schorlemerstraße 85, 59229 Ahlen
Internet: www.diomedea.de

Fotos: gettyimages, Thorsten Hübner, Bilsteintal e.V., Schnurstracks Aktiv GmbH, Wassersport Beckum

2. Ab in den Schatten

Im Schatten alter Bäume lässt es sich an heißen Tagen gut entspannen. Unter dem breiten Blätterdach sind Spaziergänger vor der Sonne geschützt. Zugleich sind die etwas niedrigeren Temperaturen eine Wohltat für den Kreislauf. Wem zudem daran gelegen ist, seine Durchblutung anzuregen, für den ist ein Besuch des Versmolder Stadtparks lohnenswert. Er beherbergt eine naturbelassene Wassertretstelle im Aabach

Schattig und womöglich etwas feucht ist auch ein Besuch in einem Gradierwerk, etwa im Kurpark in Hamm, in Salzkotten im Kreis Paderborn oder in Bad Rothenfelde im Osnabrücker Land. Das Holzgerüst eines Gradierwerks ist mit Schwarzdornreisig oder einer Dornenhecke gefüllt. Daran rieselt Sole herab. Durch Wind und Sonne verdunstet das Wasser. Die Luft wird mit Soletröpfchen angereichert und erinnert an das Salzwasser am Meer – ein bisschen Urlaubsgefühl kommt bei einem Besuch auch auf.

Adressen:
Stadtpark Versmold
An der Parkstraße 5 c, 33775 Versmold
Telefon: 05423 9540
Internet: www.versmold.de/de/freizeit-und-tourismus/versmold-entdecken/gruene-oasen/Stadtpark.php

Gradierwerk Hamm
Kurpark, Ostenallee, 59071 Hamm
Telefon: 02381 23400 (Touristinformation)
E-Mail: info@verkehrsverein-hamm.de
Internet: www.hamm.de/touristik/freizeit.html

Gradierwerk Salzkotten
Kurgarten, Am Kunstrad, 33154 Salzkotten
Telefon: 05258 507-1125
E-Mail: miriam.arens@salzkotten.de
Internet: www.salzkotten.de/tourismus/salzweg/

Gradierwerk Bad Rothenfelde
Bahnhofstraße, 49214 Bad Rothenfelde
Telefon: 05424 22180 (Touristinformation)
E-Mail: touristinfo@bad-rothenfelde.de
Internet: www.bad-rothenfelde.de/mein-urlaub/gradierwerk.html

Fotos: gettyimages, Thorsten Hübner, Bilsteintal e.V., Schnurstracks Aktiv GmbH, Wassersport Beckum

3. Mit Vollgas ins kühle Nass

Der Sprung ins kalte Wasser geht bei hochsommerlichen Temperaturen immer, garantiert er nicht nur Spaß, sondern auch Erfrischung. Entspannt geht das zum Beispiel im Waldbad Steinhagen: Bäume spenden Schatten am Sandstrand des Badesees. Geöffnet hat das Naturbad bei Sonnenschein und mehr als 20 Grad Lufttemperatur.

Wer statt auf der faulen Haut zu liegen auf Action und Abenteuer aus ist, ist ein paar Kilometer weiter am Mastholter See gut aufgehoben: Dort bietet der Surf- und Segelclub in offenen Kursen nach Anmeldung Gästen an, Stand-Up-Paddling, Windsurfen oder Segeln auszuprobieren. Da geht noch mehr? Dann darf es vielleicht Wasserskilaufen am Clubboot des Wasserski- und Wakeboardclubs Mastholte sein – ebenfalls am Mastholter See.

Action gibt es auch auf dem Tuttenbrocksee in Beckum. Außer zum Strandbad und zum Wasserski lädt der laut Veranstalter größte Aqua-Park Deutschlands zur Abkühlung ins spritzige Nass ein. So kommen nicht nur Sportler auf ihre Kosten, sondern auch für Kletterbegeisterte ist ein Besuch lohnenswert – Abkühlung bei einem unfreiwilligen Ausflug in den Tuttenbrocksee inklusive.

Adressen:
Waldbad Steinhagen
Waldbadstraße, Steinhagen
Telefon: 05204 997263
Internet: www.gs-werke.de/baeder

Surf- und Segelclub Mastholte
Seeweg 1, 33397 Rietberg-Mastholte
Telefon: 02944 58523
E-Mail: info@ssc-mastholte.de
Internet: www.ssc-mastholte.de

Wasserski- und Wakeboardclub Mastholte
Seeweg 13, 33397 Rietberg-Mastholte
Telefon: 0151 15590327
E-Mail: info@www-mastholte.de
Internet: www.wwc-mastholte.de

Twincable Tuttenbrocksee Beckum
Am Tuttenbrocksee 7, 59269 Beckum
Telefon: 02521 8214844
E-Mail: info@twincable-beckum.de
Internet: www.twincable-beckum.de

Fotos: gettyimages, Gemeindewerke Steinhagen, Wassersport Beckum

4. Hinab in frostige Tiefen

Einem natürlichen Kühlschrank gleich, schützen die Sauerländer Höhlen nicht nur vor der heißen Sonne, sie halten auch eine für den Sommer sehr niedrige Temperatur von acht bis zwölf Grad Celsius. Aber auch hinter Münster wartet ein besonderes Erlebnis: der Eiskeller Altenberge.

Die Tropfsteinhöhle im Warsteiner Bilsteintal mit angeschlossenem Wildpark und Waldspielplatz können Familien in verschiedenen Führungen erkunden. Von insgesamt 1850 Metern des Höhlensystems stehen 400 Meter Entdeckern zur Verfügung. Zugleich fließt ein Höhlenbach durch das System.

Als eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands gilt die Dechenhöhle in Iserlohn. Entdeckt wurde sie bereits 1868. Nicht nur Tropfsteine und Kalkfossilien können bestaunt werden, sondern auch Versteinerungen wurden freigelegt. Vor oder nach dem Besuch entführt das angeschlossene Museum in die Welt der Höhlen.

Kühl und zugleich gesund ist die Erkundung der Reckenhöhle in Balve. Die Bezeichnung „die Urgesunde“ verdient sie sich durch die feuchte Luft und viel Ruhe. Der Alltags- und Hitzestress gerät in den Hintergrund und die Besucher können eine Weile.

Als echter Kühlschrank unter der Erde entstand der Eiskeller Altenberge. Das unterirdische Gewölbe zwischen Steinfurt und Münster nutzten ab den 1860er-Jahren die Brüder Franz und Johann Herman Beuing zum Bierbrauen. Das dort eingelagerte Eis verhinderte bei der Bierherstellung, dass das Gebräu im Reifeprozess umkippte. Heute ist das Gewölbe unter anderem Heimat für Fledermäuse.

Adressen:
Bilsteinhöhle
Bilsteintal Alte Jugendherberge
Im Bodmen 54, 59581 Warstein
Telefon: 02902 2731
E-Mail: Info@Bilsteintal.de
Internet: www.bilsteintal.de

Dechenhöhle und Deutsches Höhlenmuseum Iserlohn
Dechenhöhle 5, 58644 Iserlohn
Telefon: 02374 71421
E-Mail: dechenhoehle@t-online.de
Internet: www.dechenhoehle.de

Reckenhöhle
Binolen 1, 58802 Balve
Telefon: 02379 209
E-Mail: info@reckenhoehle.de
Internet: www.reckenhoehle.de

Eiskeller Altenberge
Gooiker Platz 4, 48341 Altenberge
Telefon: 02505 82-32 oder 82-33
E-Mail: Gemeinde@Altenberge.de
Internet: www.eiskeller-altenberge.de

Text: Anika Reckeweg und Kirstin Oelgemöller, Fotos: Betriebsführung Dechenhöhle, Bilsteintal e.V., Gemeinde Altenberge

Auf herrschaftlichen Spuren

Die Reifen der Fahrräder sind nach der Winterpause stramm aufgepumpt, einer Rundtour von Oelde über Herzebrock und zurück zum Ausgangspunkt steht nichts mehr im Wege. Gut 32 Kilometer lang ist die geplante Strecke, die auch für ungeübte Radfahrer entspannt zu radeln ist. Ausgangspunkt der „hierzulande“-Tour ist ein Parkplatz an der Von-Büren-Allee im Süden von Oelde. Von hier aus geht es zunächst entlang der Auen und Gärten nahe des Vier-Jahreszeiten-Parks und dann zügig hinaus in die Natur.

Bald ist die Grenze in den Kreis Gütersloh überquert. Das erste Zwischenziel in Herzebrock-Clarholz lässt sich erahnen.
Am Bauernhof der Familie Roer im Ortsteil Samtholz sollen die Satteltaschen am Fahrrad mit frischen, hofeigenen Eiern aus Freiland- oder Bodenhaltung sowie mit Kartoffeln gefüllt werden. An fünf Tagen in der Woche hat der Hofladen geöffnet. Donnerstags und sonntags ist Ruhetag. Mittwochs und samstags bietet Ewald Roer die Eier und Kartoffeln vom eigenen Hof auch auf dem Wochenmarkt in Rheda an. Das macht er in zweiter Generation. Mittlerweile ist auch Sohn Manuel in den Betrieb eingebunden. Saisonal bietet Ewald Roer verschiedenes regionales Gemüse an sowie einige Sorten Obst.
Die Radfahrer nehmen bei ihrem Besuch eine Portion mittelfeste Knollen mit. Dazu zehn Eier der frei laufenden Hühner.
Sie verpacken alles in den Satteltaschen und schwingen sich wieder aufs Rad.

Das nächste Ziel ist nur einen Steinwurf entfernt. Bis zum Hof Heitmann sind es etwa fünf Minuten. Er wartet mit hausgemachtem Eierlikör auf. Nach altem Familienrezept bereitet Jürgen Heitmann ihn in seiner Produktionsstätte zu. Mittlerweile in 13 Geschmacksrichtungen, die er bundesweit in Hof- und Bauernläden sowie über das Internet vermarktet. „Der klassische läuft am besten“, erklärt Heitmann. Immerhin seit 25 Jahren zählt dieser zu seinem Sortiment. Im Frühjahr seien darüber hinaus die fruchtigen Sorten wie Maracuja und Sanddorn beliebt. Gruppen, die sich anmelden, können im Hofladen eine Likörprobe machen. Möglich sei das ab 20 Personen, erklärt Jürgen Heitmann. Stöbern und einkaufen können Besucher darüber hinaus an sechs Tagen in der Woche vormittags sowie donnerstagnachmittags. Nur sonntags gönnt sich die Familie eine Pause.

Mit einer Kostprobe im Magen und einer Flasche Eierlikör in der Satteltasche schwingen sich die Radfahrer wieder auf ihre Drahtesel. Es geht nach Herzebrock. Die Ausflügler fahren bis zur alten Benediktinerinnenabtei.  Nach einem Spaziergang durch den weitläufigen Klostergarten lockt in unmittelbarer Nachbarschaft das Café Großkopff am Kirchplatz. Dort begrüßt Inhaberin Nilza de Lima-Großkopff ihre Gäste. Vor allem im Frühling und Sommer diene ihr Café als Anlaufstelle für viele Radfahrer, sagt die gebürtige Brasilianerin. Beim Eintreten in das unter Denkmalschutz stehende Haus erreicht die Nase der Besucher ein himmlischer Duft. Fruchtige Noten vermischen sich mit dem Geruch nach frisch gebackenem Kuchen.
„Die backe ich alle selbst“, sagt Nilza de Lima-Großkopff und verweist auf die Vielfalt der Torten, die vor ihr steht. Stachelbeer-Baiser, Schmand-Mandarine, Käsekuchen oder Himbeer-Joghurt sind nur einige der traditionellen Rezepte, die sie mittlerweile aus dem Effeff beherrscht. „An Sonntagen haben wir zwölf verschiedene Torten im Angebot.“

Im Schatten der Kirche nutzen auch die Radfahrer die Gelegenheit, sich zu stärken, und setzen anschließend ihre Tour fort. Es geht zurück nach Oelde. Die Radfahrer nehmen allerdings nicht den direkten Weg zurück zum Ausgangspunkt, sondern machen noch einen Abstecher nach Möhler. Die Strecke über Wirtschaftswege führt sie vorbei an zu Leben erwachenden Feldern, auf denen die Saat sprießt. Aus Bäumen und Sträuchern tönt lautes Vogelgezwitscher und auf den anliegenden Höfen herrscht reges Treiben.

Bald liegt das Schloss Möhler mit anliegendem Gesindehuis vor ihnen. Es strahlt Herrschaftlichkeit aus. Noch einmal gönnen sie sich eine kleine Stärkung. Im historischen Charme des Gesindehuises verwöhnt das Team um Nicole Hecker die Gäste. Ob zum Frühstücksbüffet oder Kaffeeklatsch: Die Auswahl ist umfangreich und frisch. „Torten bekommen wir aus unserer eigenen Bäckerei in Lette“, sagt die Chefin. „Und auf Anfrage bieten wir gerne Schnittchenplatten an.“ Die sollten wenn möglich vorher telefonisch gebucht werden. Gleiches gelte für einen Sitzplatz an sonnigen Sonntagen. „Dann ist es bei uns besonders voll“, erklärt sie. Ab Mitte April bietet ihr Team außerdem wieder frische Pizzen aus dem eigenen Ofen an.

Die Ausflügler haben das rustikale Ambiente sowie die Speisen genossen. Die letzten acht Kilometer warten nun darauf, bezwungen zu werden. Der weitere Weg führt außen um Oelde herum. Es geht vorbei an der Kläranlage, über den Bergeler Bach und im Süden am Vier-Jahreszeiten-Park vorbei zurück zum Ausgangspunkt.

Text: Kirstin Oelgemöller, Fotos: Kirstin Oelgemöller/privat

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Frühling 2019 Tourenplanung hierzulande.
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