Frühling auf zwei Rädern

Uns drängt es an die frische Luft. Lust auf eine Fahrradtour mit Unterhaltungswert? Die „hierzulande“ erleichtert Ihnen die Entscheidung, auf das Fahrrad zu steigen, und hat etwas vorbereitet.

Wir schlagen eine Radtour vor, die sich für Leezen mit und ohne Motorunterstützung eignet. 42 Kilometer scheinen dem Skeptiker eine zu lange Distanz? Solche Vorbehalte sind aber unbegründet. Entlang der Strecke ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, eine Rast einzulegen, sich etwas anzuschauen oder ins Wirtshaus einzukehren. Für die reine Fahrtzeit sind – je nach Untersatz und körperlicher Fitness – zwischen zwei und drei Stunden zu kalkulieren.

Wir beginnen die Tagesfahrt auf dem Parkplatz am Jahnstadion in Oelde. Es ist aber möglich, an jeder Stelle in den „hierzulande“-Rundkurs einzusteigen. Gemütlich geht es auf dem Radweg Richtung Südwesten. Wir kreuzen die Bundesautobahn 2 und schalten einen Gang zurück. Sanft führt der Weg hinauf zum Bergeler Wald. Wer Asphalt schätzt, bleibt auf dieser Straße, andere biegen nach 1,9 km nach dem Start (Parkplatz auf der rechten Seite) in einen Waldweg. Dieser Abschnitt ist frisch geschottert und auch nach Regen befahrbar. In Höhe der Gaststätte Waldeslust treffen die beiden Alternativen wieder aufeinander.

Wir radeln im Bogen um die Gemeinde Stromberg. Sie wollen stattdessen das Burgdorf entdecken? Das lohnt sich: Kreuzkirche (Hochgotik), Mallinckrodthaus und Paulusturm sind einen Abstecher wert. Profan, aber nicht weniger interessant, gestaltet sich eine Stippvisite in der Druffel-Brennerei. Mit Blick auf die Fahrtüchtigkeit sollte eine Verkostung der Edelbrände zu einem gesonderten Termin stattfinden. Wer hat bereits einen in Stromberger Pflaumenbaumholzfässern gereiften Whisky probiert?

 

Stromberger Pflaume vom Land und lecker

Da sind wir auch bereits beim Merkmal der Region. Vom Sattel aus bietet sich ein fantastischer Blick zum Teutoburger Wald und auf Streuobstwiesen. Pflaumenplantagen prägen in der leicht hügeligen Kulturlandschaft das Golddorf, in dem seit mehr als 200 Jahren die „Stromberger Pflaume“ gedeiht. Nach 7,8 Kilometern an der Strecke ist der Hof Stemich platziert. Vier Generationen leben unter einem Dach und kümmern sich um eine Plantage, die 3000 Bäume mit zehn verschiedenen Pflaumensorten umfasst. Im Hofladen offeriert Marion Stemich selbst gemachte Leckereien. Sie erzählt gern über ihre Spezialitäten Stromberger Brotzeit mit Pflaumenmus, Pflaumen-Chutney sowie Wildgerichte. Eine Bewirtung ist in begrenztem Maße und ausschließlich nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Während der Pflaumenblüte ab April ist die Region ein Ausflugstipp. Zahlreiche Selbstvermarkter bieten die Möglichkeit, sich mit Speisen und Getränken einzudecken. Marion Stemich hat für Radler und Wanderer eine Picknicktüte mit Leckereien gefüllt.

 

Museum für Westfälische Literatur ein Stop wert

Tourer erwartet 2500 Meter von dem Hof entfernt das Kulturgut Haus Nottbeck. Das Museum für Westfälische Literatur versteht sich als lebendige Einrichtung. Es unterbreitet Angebote für jede Kragenweite. Man muss kein Insider und keine Literaturexpertin sein, um auf seine Kosten zu kommen. Außerdem versucht das Haus ständig den Beweis anzutreten, dass Literatur attraktiv ausgestellt werden kann. Bis Ende Mai verkauft beispielsweise Frank Goosen ein „Ticket to Ride“. Der Autor inszeniert im Gartenhaus seine Hommage an John, Paul, George und Ringo als Homestory. Parallel dazu findet der Besucher lyrische und fotografische Spaziergänge von Karl-Heinz Gajewsky und Jürgen Brôcan.

 

Zutrauliche Alpakas und alte Sprechzellen

Weiter geht es über die Rentruper Straße, die den Bau eines Radwegs verträgt. Einfach nur gucken oder einen Spaziergang der anderen Art buchen, heißt es bei Kilometer 12. Neugierige Zeitgenossen betrachten den Radfahrer bei „Meinpaka“. Bis zu 15 Alpakas begrüßen die Zaungäste auf zwei Rädern. Durch ihr ruhiges Wesen und ihre neugierige Art verzaubern die Alpakas Halter und Gäste immer wieder aufs Neue. Während gebuchter Alpaka-Wanderungen durch die Landschaft ergeben sich Chancen, die Seele baumeln zu lassen. Ein Hofladen – mit Produkten aus Alpakawolle – komplettiert das Angebot.

Augen auf und nicht achtlos durch St. Vit rauschen. Wir befinden uns im Anflug auf das Verstärkeramt. Das Radio- und Telefonmuseum befindet sich nach 16 Kilometern Fahrtstrecke rechts vom Weg. Gut getarnt liegt das Gebäude unterirdisch. Derzeit wird eine Sonderausstellung „Telefunken – eine Weltmarke“ vorbereitet. Der Gang ins Unterirdische ist nicht nur für Technikfreaks ein Brüller.

 

Pausieren in den Innenstädten von Wiedebrück und Rheda

Wie gemacht für eine Pause sind die Innenstädte von Wiedenbrück und Rheda, die in Rufweite voneinander jede ihr Eigenleben führt. Ab dem Konrad-Adenauer-Platz (Kilometer 18,3) führt die Strecke aus Wiedenbrück für 2500 Meter zum Teil über das ehemalige Gelände der Landesgartenschau. Der Flora-Westfalica-Park ist ein Mekka für Erholungssuchende. Am Scheitelpunkt der „hierzulande“-Radtour erhebt sich das Schloss Rheda (Kilometer 21). Die ehemalige Wasserburg ist wegen seiner Doppelkapelle und einer wertvollen Musikbibliothek bekannt.

Wir verlassen Rheda-Wiedenbrück in westliche Richtung und bekommen in Bosfeld (Kilometer 25) einen Eindruck, was im 18. Jahrhundert Wohlstand bedeutete. Das Haus Bosfeld ist ein 1725 als barockes Herrenhaus erbautes Wasserschloss, das nicht für Besucher zugänglich ist. Ein unaufdringlicher Blick durch das Eingangstor auf das gut erhaltene Gemäuer lohnt sich. Einen Steinwurf entfernt gehen technisch versierte Bastler in die Luft (Kilometer 27). Die Künste der Mitglieder im Modellflugverein Condor Herzebrock garantieren erstaunte Gesichter.

 

Swingolf am Schloss

Ritter hatten das Sagen in Schloss Möhler. Das Gut aus dem 13. Jahrhundert thront in der ehemaligen Bauerschaft Menninghausen des Kirchspiels Oelde. Da die Innenräume gewerblich genutzt werden, kann das Schloss nicht von innen besichtigt werden. Ein Ausflug nach Möhler lohnt allemal. Tipp: Wer seinem Hinterteil eine Pause gönnen möchte, wählt den attraktiven Fußweg entlang der Straße „Zum Trostholz“, geht an der alten Schule vorbei über den Axtbach, tangiert Haus Möhler bis er zur Ludgerus-Kapelle gelangt. Eine Empfehlung: Eine Swingolf-Anlage ist um das Schloss mit Teichanlage platziert.

Durch dicht gewachsenen Wald radeln wir ab Kilometer 32,4 auf die Zielgerade der Radtour. Diesen 1300 Meter langen Pättkes-Abschnitt haben auch Spaziergänger für sich entdeckt. Wieder auf der Landstraße bewegen wir uns im Zickzackkurs voran. Die Stadt Oelde ist zum Greifen nah, sobald der Radfahrer die Eisenbahnunterführung passiert. Ein Blick auf den Flugplatz Bergeler, es folgt ein sachter Anstieg Richtung Autobahn. Anschließend heißt es, ausrollen zum Ausgangspunkt.

 

Tour-Info
Startpunkt des Rundkurses: Jahnstadion Kreuzstraße 22, 59302 Oelde
Länge: 42 Kilometer
Höhenmeter: 196
GPX-Daten Download: www.hierzulande.de/heimat/ausflugstipps

Adressen
Bitte überprüfen Sie wegen der aktuellen Hygienevorschriften vor Antritt der Tour die Öffnungszeiten.

Familie Stemich
Nottbeck 4, 59302 Oelde
Telefon: 02529 1674
Internet: www.pflaumenhof-stemich.de

Kulturgut Haus Nottbeck
Landrat-Predeick-Allee 1, 59302 Oelde
Telefon: 02529 94 97 900
Internet: www.kulturgut-nottbeck.de

Alpakazucht und Hofladen
Rentruperstraße 20, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Telefon: 0176 84148439
Internet: www.meinpaka.de

Radio und Telefon Museum
Eusterbrockstraße 44, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Telefon: 05242 44330
Internet: www.verstaerkeramt.eu

Flora Westfalica
Internet: www.rheda-wiedenbrueck.de/kunst-kultur/ flora-westfalica/flora-westfalica-park

Schloss Möhler
Schloßallee 6, 33442 Herzebrock-Clarholz
Telefon: 05245/835926 (Swingolf)
Internet: www.schloss-moehler.de

Text und Fotos: Axel Ebert

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HZL Radtour
HZL Radtour 2022-01 ab Jahn Stadion Oeld
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Zehn Top-Tipps für den Winter

1. Fackellauf durch die Nacht

Wer seiner Familie oder Gästen etwas Besonderes bieten möchte, lädt sie zu einer Fackelwanderung ein. Flackernder Feuerschein in winterlicher Natur: Schneekristalle funkeln, Eisgebilde werfen geheimnisvolle Schatten – wenn es denn geschneit hat. Aber auch ohne die weiße Pracht dürfte es spannend werden. Dabei können auf dem Weg Gruselgeschichten erzählt, ein Stopp für einen Glühwein-Umtrunk eingelegt oder an einem Lagerfeuer Stockbrot gebacken werden.

Fackeln sollten nicht selbst gebaut werden. Es gibt sie in Baumärkten und im Internet. Wer privat losläuft, muss wissen, dass bis 100 Meter zu einem Wald und in ihm offenes Feuer nur mit Genehmigung des Waldbesitzers erlaubt ist.

Angeboten werden auch geführte Fackelwanderungen – etwa über die Halde Hoheward in Herten am Freitag, 10. Dezember. Im Feuerschein können Besucher die Abendstimmung über den Dächern des „Potts“ genießen. Auch durch den Dortmunder Hafen gibt es Touren (kulturvergnuegen.com).

Besucherzentrum Hoheward
Werner-Heisenberg-Straße 14, 45699 Herten
Telefon: 02366 181160
E-Mail: hoheward@rvr.ruhr
Internet: www.hoheward.rvr.ruhr

2. Bummel über kleine, hübsche Weihnachtsmärkte

Ist die Zeit da, führt an Weihnachtsmärkten kein Weg vorbei. Kleinere sind meist besonders heimelig wie der mitten im Wald: Urige, liebevoll dekorierte Holzhütten, flackerndes Lagerfeuer und Märchenstunden kennzeichnen den Weihnachtsmarkt im Wildwald Vosswinkel in Arnsberg. Zu finden an den Wochenenden 4., 5., 11. und 12. Dezember von 10 bis 20 Uhr.

Der Weihnachtsmarkt in Billerbeck ist kein Geheimtipp mehr. Rund 200 Aussteller präsentieren ihr Sortiment am Samstag, 27. November, von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag, 28. November, bis 19 Uhr in hübscher Kulisse. 

Sinterklaas und der Zwarte Piet halten Einzug auf dem Sint Nicolaas Markt in Blomberg am Wochenende 26. bis 28. November jeweils von 15 bis 20 Uhr. Stände mit Kunsthandwerk und holländischen Leckereien säumen den Marktplatz.

Der Telgter Dreiklang-Markt bezieht Propsteikirche und Gnadenkapelle mit ein. Vom 10. bis 12. Dezember — Freitag von 17 bis 22 Uhr, Samstag von 12 bis 20 Uhr und Sonntag von 12 bis 18 Uhr — gibt es neben viel Atmosphäre viel Kunsthandwerk. 

Das Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster wartet vom 27. November bis 19. Dezember samstags von 12 bis 20 Uhr und sonntags bis 19 Uhr mit illuminierten Gebäuden und dekorierten Ständen auf.

3. Sonnenaufgang im Naturschutzgebiet

Ein neuer Tag bricht an. Nicht mit Hektik am Frühstückstisch, sondern in einer ganz besonderen Atmosphäre: beim Sonnenaufgang über Wiesen und Feldern. Die Morgenstimmung in einem Naturschutzgebiet ist ein Erlebnis. 

Eine dicke Jacke ist ein Muss. Und der Sonnenanbeter sollte früh vor Ort sein, denn eine Stunde vor dem ersten Strahl in die Dunkelheit hineinzuwandern, ist bereits ein erhebendes Gefühl. Die Natur schläft noch und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. 

Für den Moment des Sonnenaufgangs ist eine Anhöhe gut. Langsam wird der Horizont hell und alles taucht in faszinierendes Licht. Der Tag kann mit mitgebrachtem Kaffee, Brötchen oder Keksen beginnen.

Das Münsterland und Ostwestfalen sind durchzogen von Naturschutzgebieten. Die Externsteine im Kreis Lippe, das Hühnermoor bei Harsewinkel oder die Rietberger Emsniederungen bieten sich für eine Wanderung ebenso an wie die Emsauen bei Telgte. Nicht vergessen: Die Sonne geht im Osten auf – und: das Handy zu Hause lassen! 

4. Im Winter aufs Glatteis wagen

Die Sonne geht unter, es ist klirrend kalt und das Eis dick genug, um es zu betreten. Wunderbar, jetzt auf Kufen über die weiße Fläche zu gleiten. Sind Seen und Tümpel erst einmal – in der Regel von der Stadt – freigegeben, ist Schlittschuhfahren ein tolles Erlebnis. Wer sich aufs Glatteis wagt, sollte einen Helm und Handgelenkschützer tragen, wackelige Anfänger zusätzlich Knie- und Ellbogenschützer. 

Wer nicht in freier Natur Schlittschuhlaufen kann oder will, sucht sich eine Eissporthalle wie die in Hamm an der Karl-Koßmann-Straße 1 (https://eishalle-hamm.de) oder die überdachte Oetker-Eisbahn an der Duisburger Straße 8 in Bielefeld. (www.bielefelderbaeder.de/eisbahn.html). 

Einige Städte bauen mobile Eisbahnen auf. Zwischen dem 4. Dezember 2021 und 9. Januar 2022 kann an der Zeche Zollverein in Essen Schlittschuh gelaufen werden — vor einmaliger Industriekulisse, entlang ehemaliger Koksöfen. 

500 Quadratmeter Kunst-Eisfläche, Eisstock-Kegeln und ein kleines gastronomisches Angebot locken Kufenkünstler bereits zum 15. Mal in den Oelder Vier-Jahreszeiten-Park. Der Startschuss fällt am 17. Dezember, die Bahn hat bis zum 9. Januar geöffnet. Die Weihnachtsferien sind also für sportliche Schülerinnen und Schüler gesichert.

5. Bowlen mit Eisballons

Auch im Herbst und Winter scheuchen Eltern ihren Nachwuchs gerne mal an die frische Luft – und sich selbst vielleicht auch. Wer eine Spielidee für draußen sucht, könnte das Eisbowling testen. Dafür werden Luftballons mit Wasser gefüllt, verknotet und über Nacht ins Eisfach des Kühlschranks gelegt. Wer keine Kegel zum Umwerfen hat, stellt leere Flaschen auf, die witzig dekoriert werden. 

Oder die Familie probiert sich am − abgewandelten − Disc Golf: Dabei wird ein Frisbee mit so wenigen Versuchen wie möglich von einem Abwurfpunkt aus in einen Fangkorb geworfen. Ein Wäschekorb oder eine Plastikwanne tun es auch. Erreicht die Flugscheibe nicht auf Anhieb ihr Ziel, markiert der Spieler die Stelle, an der sie gelandet ist, und wirft von dort weiter. 

Bedeckt frischer Schnee Felder und Gärten, werden allerlei Spuren sichtbar. Ist diese vielleicht von einem Reh? Oder jene von einem Hasen? Ein Winterspaziergang wird zum Abenteuer, wenn Kinder zu Fährtenlesern werden. Und: Wo führt die Spur eigentlich hin? Wer findet die meisten unterschiedlichen Fußspuren? Tipp: Mit der App „Tierspuren und Fährten“ von bueffeln.net lernen große und kleine Abenteurer die Fährten unserer Wildtiere richtig zu lesen.

6. Auf dem „Hexenpfad“ rund umTecklenburg

Auf dem „Hexenpfad“ durch den Teuteburger Wald − das hört sich spannend an. Es gibt mehrere themenbezogene Wanderwege rund um Tecklenburg, aber in eine Hexenküche absteigen, in die der Sage nach die Hexen auf Besenstielen heranfliegen, um ihren Zaubertrunk zuzubereiten, das hat was. Am Markt 7 in Tecklenburg machen Schilder auf die vier Kilometer lange Strecke aufmerksam. Sie dauert eineinhalb Stunden. Wieder zurück, lohnt sich ein Gang durch das Fachwerkstädtchen.

Der „Fledermauspfad“ ist ein Zehn-Kilometer-Rundwanderweg, der auf 200 Höhenmetern verschiedene Teutoschleifen und den Hermannsweg verbindet. Wanderer starten in Tecklenburg-Brochterbeck, Am Mühlenteich 11. Es erwartet sie ein toller Panoramablick. 

Tecklenburg Touristik GmbH
Markt 7, 49545 Tecklenburg
Tel: 05482 9389-0
E-Mail:info@tecklenburg-touristik.de 
Internet: www.tecklenburg-touristik.de/natur-erleben-freizeit-aktiv/wandern

7. Tannenbaumschmuck selbst gebastelt

Adventszeit ist Bastelzeit. Wer seinen Tannenbaum individuell gestalten möchte, macht den Schmuck selber − zum Beispiel mit Tannenzapfen. Unterschiedlich große Exemplare aussuchen, einen Goldfaden zum Aufhängen durch ihr unteres Ende winden, flüssiges Wachs einer Kerze auf ihre Spitze träufeln und darauf dann Vanillezucker. Das duftet schön! 

Zapfen vertragen auch goldenen Sprühlack oder Sprühschnee. Trocknen lassen und an der Spitze ein Band als Aufhängung ankleben. Sie können auch in Bastelkleber und anschließend in Glitzerpulver gerollt werden.

Hübsche Zuckerstangen für den Christbaum entstehen mithilfe von Pfeifenputzern. Auf die gewünschte Länge gestutzt, werden sie an einem Ende verknotet, bekommen dicke Perlen aufgezogen und werden auch am anderen Ende verknotet. Leicht biegen – und es entsteht die Krückstockform. 

Wer alte Christbaumkugeln aufpeppen möchte, bestreicht sie mit Bastelkleber und gibt Glitzerpulver drauf – oder Kaffeebohnen. Transparente Deko-Weihnachtskugeln können mit hübschen Pailletten gefüllt werden.

Auch mit Salzteig lassen sich verschiedene Dekoelemente für den Christbaum basteln. Die Figuren einfach mit Plätzchen-Ausstechern anfertigen. Rezepte für den Teig gibt es reichlich im Internet. Soll der Baumschmuck duften, kann man ätherisches Öl, Kaffee oder Vanille dazugeben.

8. Ski und Rodel gut im Sauerland und im Alpincenter

Wenn es schneit, treibt es Skifahrer ins Freie. Das Sauerland mit seinen Loipen und Rodelhängen gilt als Eldorado für Abfahrer und Langläufer – vom Greenhorn bis zum Profi. Seine Skigebiete – darunter Winterberg, Sellinghausen, Sternrodt Bruchhausen, das Skikarussell Altastenberg, das Skidorf Neuastenberg und das Panoramaskigebiet Wildewiese – locken bei guten Schneebedingungen zahlreiche Skitouristen an. 

Sollte es mit den Flocken nicht klappen: Im Alpincenter Bottrop verläuft eine 640-Meter-Piste durch die längste Skihalle der Welt. Sie ist mittwochs, donnerstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 22 Uhr geöffnet. In der Hauptsaison vom 24. Dezember bis 9. Januar hat sie ebenfalls – und zwar täglich – von 10 bis 22 Uhr auf. Ausnahmen: Heiligabend und Silvester, dann ist um 16 Uhr Schluss. Neujahr heißt es von 12 bis 20 Uhr: Ski und Rodel gut. Sportmaterial kann ausgeliehen werden. 

Alpincenter Bottrop
Prosperstraße 299-301, 46238 Bottrop
Tel.: 02041 70950
E-Mail: info@alpincenter.com
Internet: www.alpincenter.com/bottrop

 

9. Bobfahren in Winterberg

Einmal die Faszination Eiskanal erleben – wer Mut hat, ist eingeladen, die Rennbobbahn in Winterberg hinabzusausen. Wer will, kann in einen von einem Profi gelenkten 4er-Bob einsteigen, der drei Gäste durch die 1,6 Kilometer lange Eisbahn bringt. Selber anschieben müssen diese das Gefährt übrigens nicht, das tun andere. 

Bei dem etwa einminütigen, nicht gerade billigen Abenteuer auf einer der schnellsten Kunsteisbahnen der Welt werden Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern erreicht, die Fliehkräfte wachsen bis zur sechsfache Stärke der Erd-beschleunigung an. 

Das Mindestalter für den Gastrodler ist 16 Jahre, die Mindestgröße 1,50 Meter. Das Gesicht – welches auch immer –, das der Neuling während der Fahrt macht, wird auf einem Erinnerungsfoto festgehalten. Am Ende, verspricht der Veranstalter übrigens, wird der mutige Mitfahrer jeden Rückenmuskel spüren.

Falls der Schnee mal wieder ausbleibt: Die Sommerrodelbahn am Erlebnisberg Kappe direkt an der Winterberger Eisbahn hat bei trockener und schneefreier Witterung von November bis März ebenfalls geöffnet, jeweils an den Wochenenden von 10 bis 16:30 Uhr. Den Erlebnisberg hinauf geht es samt Schlitten mit dem Lift. Die Spannung steigt und los geht die wilde Fahrt. Ganzjährig geöffnet hat auch die Panorama-Erlebnis-Brücke, die Besuchern in Höhe der Baumwipfel einmalige Ausblicke bietet.

Olympic Bob Race
Unterm Dumel 30, 59955 Winterberg
Tel.: 01805 007263
E-Mail: info@olympic-bob-race.de
Internet: http://www.olympic-bob-race.de

 

10. Kalender basteln für das neue Jahr

Er ist ein Blickfang auf dem Schreibtisch oder in der Küche: der selbst gebastelte Kalender für das neue Jahr. Er kann ganz in Eigenbau produziert oder als „Blanko“-Exemplar aus dem Schreibwarengeschäft mit Fotos, Selbstgemaltem, einem Rezept oder Gedicht „bestückt“ werden. 

Wer den Kalender von Grund auf selbst produzieren möchte, nimmt festes farbiges Tonpapier. Von ihm zwölf Bögen für jeden Monat auf Wunschformat zuschneiden. Die Blätter mit einem Faden, der durch vorher gestanzte Löcher gezogen wird, zusammenfassen und unten mit Monat und Wochentagen beschriften. 

Originell ist ein Jahreskalender aus Sperrholz- oder Pappplättchen. Dafür etwa 10 mal 15 Zentimeter große Rechtecke beschriften oder bekleben: sieben mit den Wochentagen, zehn mit den Ziffern 0 bis 9 und zwölf mit den Monaten. Am Ende sollte auf vier Rechtecken etwa „Samstag 0 1 Januar“ zu lesen sein. In jedes oben ein Loch stanzen. Wochentage, Ziffern und Monate zu je einem Päckchen zusammenfassen, einen bunten Faden durch jedes ziehen und sie an einem Holzstab oder Ast aufhängen. So können die Plättchen zum gewünschten Datum „umgeblättert“ werden. 


Zehn Top-Tipps für den Herbst

1. Abenteuer für jedes Alter

Wie haben die Menschen vor mehreren tausend Jahren gelebt? Eine Reise in die Vergangenheit verspricht ein Besuch im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen: Vom Sommerlager eiszeitlicher Rentierjäger bis zur frühmittelalterlichen Hofanlage erhalten Besucher auf 1,5 Hektar Fläche in sechs großen Baugruppen einen Eindruck vom damaligen Alltag und den Kulturlandschaften. Einblicke gibt es auch in die einstige Tierwelt: In Gehegen leben Rückzüchtungen mittelalterlicher Weideschweine und es gibt Ziegen in steinzeitlichen Ställen.

Ein Programm für Jung und Alt macht Geschichte erlebbar: Familien können unter Anleitung etwa eine Speerschleuder bauen und anschließend im Wald ausprobieren. Bei einer Mitmachführung durch das Museum werden Steine bearbeitet, Feuer gemacht und es wird mit Pfeil und Bogen geschossen. Richtig aufregend wird es Mitte September, wenn die Wikinger in das Freilichtmuseum einfallen und Besucher in ihre Epoche eintauchen lassen. Die Saison geht bis Ende Oktober, ab 1. November ist das Museum in der Winterpause.

Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen
Am Barkhauser Berg 2-6, 33813 Oerlinghausen
E-Mail: info@afm-oerlinghausen.de
Internet: www.afm-oerlinghausen.de

2. Den Wind im Rücken

Das Wetter wird allmählich rauer und kräftige Böen wehen über die Landschaft. Nicht nur die Blätter bläst der Wind bald von den Bäumen – auch farbenfrohe Drachen kann er nun durch die Luft wirbeln lassen. Insbesondere Kinder haben großen Spaß daran, den Flieger an einer Schnur in den Himmel steigen zu lassen.

Freude macht das Beobachten der Drachenbewegungen aber der ganzen Familie. Mit einem Lenkdrachen können durch Schnüre an beiden Seiten sogar Drehungen und Kunststücke am Himmel vollführt werden. Das wird dann auch zur Herausforderung für Erwachsene. Wer noch mehr Spaß haben möchte, kann den Drachen gemeinschaftlich selbst basteln – etwa mit Holzstäben und reißfestem Papier oder Stoffresten.

3. Natur auf dem Erlebnishof

Kreativität steht im Mittelpunkt: Unter künstlerischer sowie fachlicher Anleitung können Besucher in der Erlebniswerkstatt auf dem Hof Lönne-Tiekmann in Herzebrock-Clarholz ihr eigenes Kunstwerk gestalten und sich dabei aktiv entspannen – etwa beim Bildhauen oder Modellieren. Eine Auszeit und viel Abenteuer bietet auch das Bogenschießen. Kleinere Kinder leben ihre Kreativität stattdessen beim Spielen und Toben auf dem Gelände, im Wald oder am Bach aus. Auf dem etwa drei Hektar großen Areal bietet der Hof Kindern zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten. Sie können im Wald etwa Hütten bauen oder mit den Tieren spielen. Bei schlechtem Wetter lädt aber auch der Innenbereich zum Verweilen ein. Insbesondere für Kindergeburtstage oder Gruppenprojekte bietet sich ein Besuch auf dem Erlebnishof an.

Hof Lönne-Tiekmann
Samtholzstraße 72, Herzebrock-Clarholz
Telefon: 05245 7769
E-Mail: info@loenne-tiekmann.de
Internet: www.loenne-tiekmann.de

4. Kunst erleben in der Alten Lederfabrik

Seit 2008 präsentiert die städtische Galerie „Alte Lederfabrik“ in Halle zeitgenössische Kunst in immer wieder wechselnden Ausstellungen. Regionale und überregionale Künstler regen darin an, sich mit aktuellen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Somit wird die Galerie vor allem zum Dialog der zeitgenössischen Kunst genutzt. Wer sich für kulturelle und gesellschaftliche Themen interessiert, ist als Besucher in der Alten Lederfabrik genau richtig. Bis zum 12. September zeigen verschiedene Künstler aktuelle Arbeiten, die die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks widerspiegeln. Am 24. September eröffnet dann die Ausstellung „Serendipity – nicht zielgerichtete Suchbewegung“ von Sabine Ehlers. Mit Ölfarben bringt die Bielefelderin mit schnellen Gesten abstrakte Kunst auf Leinwand und Pappe.

Alte Lederfabrik Halle
Alleestraße 64-66, 33790 Halle (Westfalen)
Telefon: 05201 1830
E-Mail: kulturbuero@hallewestfalen.de
Internet: www.alte-lederfabrik-halle.de

5. Gemütlichkeit beim Spielenachmittag

Wenn es vor der Haustür regnet und stürmt, kann man es sich mit der ganzen Familie zu Hause gemütlich machen und Gesellschaftsspiele aus dem Schrank holen. Bei Klassikern wie Monopoly, Memory oder „Mensch ärgere dich nicht“ haben Groß und Klein viel Spaß. Aber auch beim Ausprobieren ganz neuer Produkte aus dem Regal im Spielwarenhandel kommt Freude auf. Oder wie wäre es mit dem Aktionsspiel Twister? Dabei kommen alle zusätzlich in Bewegung.

Und wenn gar keine Spiele zur Hand sind, reichen sogar Stift und Papier für ein paar Runden „Stadt, Land, Fluss“ oder „Schiffe versenken“. Ebenso kommt Montagsmaler ganz ohne Spielfeld aus. Mit ein paar Knabbereien auf dem Tisch erleben alle einen rundum gelungenen Nachmittag.

6. Ziegen und Rotwild beobachten

Mit einem Herbstspaziergang rund um den Möhnesee lässt sich optimal ein Besuch im Tierpark Völlinghausen verbinden. Das Gelände im Gemeinde-Ortsteil liegt inmitten einer beschaulichen Landschaft, sodass der Wechsel der Jahreszeiten dort hautnah erlebt werden kann. Zahlreiche Bäume färben sich im Herbst bunt und mit der Tierwelt gehen die Besucher auf Tuchfühlung. Beim Betreten des offenen Geländes piept und gackert es aus zwei großen Vogelvolieren. Kunterbunte Fasane, Pfauen, Hühner, Enten und Ziervögel gibt es unter anderem zu bestaunen.

Höhepunkte des Parks sind insbesondere für Kinder aber vermutlich die Wildgehege. Zwergziegen und Schafe sowie Rehe und Hirsche leben in zwei weitläufigen, voneinander getrennten Gehegen. Sie dürfen durch den Zaun gestreichelt und mit speziellem Futter aus dem Park gefüttert werden. Für Erwachsene ist derweil der Spaziergang durch die Natur im Wildpark ein Erlebnis. Auch angeleinte Hunde sind willkommen. Betrieben wird der Park von einem Arbeitskreis des Fördervereins Völlinghausen.

Wildpark Völlinghausen
Zum Wildpark 1, 59519 Möhnesee
Telefon: 02925 2946
E-Mail: friedhelm-linnhoff@gmx.de
Internet: www.wildpark-voellinghausen.de

7. Hoch zu Ross

Laut einem Sprichwort liegt das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde – und wer dies bislang noch nicht gefunden hat, kann sich in der Reitschule Birkenhof in Gütersloh auf die Suche danach machen. Gerade im Herbst macht es großen Spaß, mit den Tieren durch das bunte Laub zu traben. „Reiten lernen kann jeder“, lautet das Motto vom Team um Caroline Knorr. Es versucht dementsprechend Menschen jeden Alters mit den gehuften Vierbeinern in Kontakt zu bringen. Ob brave Ponys für die Kleinsten oder gut ausgebildete Schulpferde für ältere Reitanfänger: Jeder ab vier Jahren kann in Gütersloh Unterricht bekommen oder die Ponys erst einmal beim Striegeln und Streicheln kennenlernen. Kinder und Jugendliche dürfen dort sogar ganz ohne Mama und Papa ihre Ferien verbringen. Wer den Reitsport erst einmal testen möchte, kann einzelne Stunden buchen. „Wir versuchen, alle Anfragen schnell zu bearbeiten und möglichst viele Menschen auf die Pferde zu bringen“, verspricht Caroline Knorr, die mit ihrem Mann David und den Töchtern Clara und Frida auf dem Hof lebt.

Reitschule Birkenhof (Caroline Knorr)
Im Wiedey 112, 33334 Gütersloh
Telefon: 05241 37122
E-Mail: buero@reitschule-birkenhof.de
Internet: www.reitschule-birkenhof.de

8. Mit Vollgas ins Vergnügen beim Kartfahren

Adrenalin und Kribbeln im Bauch verspricht ein Besuch der Indoor-Kartbahn in Werther bei Bielefeld. Auf 5000 Quadratmeter Gesamtfläche bieten lange Geraden und abwechslungsreiche Kurven einen spannenden Wechsel zwischen Beschleunigung und Fliehkraft. In leistungsstarken, auf den Fahrer angepassten Karts haben Groß und Klein jede Menge Spaß. Formel-1-Ampelschaltung sowie Zeitmesser auf dem Display schaffen ein echtes Rennerlebnis. Das Besondere: In der Halle riecht es nicht nach Benzin, denn die Karts werden mit Autogas betankt, um den Ausstoß von Schadstoffen gering zu halten.

Indoor-Kartbahn Werther
Engerstraße 55, 33824 Werther
Telefon: 05203 884288
E-Mail: info@kartbahn-werther.de
Internet: www.kartbahn-werther.de

9. Kreativ mit Blättern und Kastanien

Die Natur bietet im Herbst zahlreiche Bastelmaterialien: Schon beim Sammeln von Kastanien, Eicheln und bunten Blättern haben Kinder großen Spaß – und mit zusätzlichen Holzstäben und der Hilfe eines Erwachsenen lassen sich daheim lustige Tiere daraus basteln: Mit einer dicken Nadel sticht man vier Löcher in die Unterseite einer Kastanie und steckt Holzstäbchen hinein. So sind bereits die vier Beine entstanden. Ein weiteres Stäbchen, das in ein gestochenes Loch an vorderer Stelle der Oberseite gesteckt wird, bildet den Hals. Darauf kommt eine Eichel, in die ebenfalls ein Loch gestochen wird und als Kopf auf den Hals aufgesetzt wird. So ist ein lustiges Kastanientier entstanden, das mit weiteren gebastelten Tieren in eine Herbstlandschaft hineingesetzt werden kann.

In die Natur eintauchen können Kinder auch bei einer Blätter-Rallye: Draußen werden bunte Blätter gesammelt und sich daheim mit der Familie genau angesehen. Zusammen findet man heraus, von welchem Baum das gesammelte Blatt gefallen ist.

10. Mit dem Traktor durch das Münsterland

Viele träumen davon, einmal einen richtigen Traktor zu steuern. Auf dem Hof Schulze Rötering in Ahlen kann der Traum wahr werden: Dort können Termine für Traktortouren gebucht werden, die insbesondere für Oldtimerfreunde zum Erlebnis werden. Nach einer kurzen Einweisung in die robuste Technik geht es auf einem der originalgetreu restaurierten Traktoren auf eine Tour in die Münsterländer Parklandschaft.

Hof Schulze Rötering
Martin und Hildegunde Schulze Rötering
Prozessionsweg 115, 59227 Ahlen
Telefon: 02382 27 42
E-Mail: info@schulze-roetering.de
Internet: www.schulze-roetering.de

Text: Jill Eileen Frenz, Fotos: Petra Kirschke/Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen, gettyimages, Caroline Knorr, Martin Schulze Rötering, Kartbahn Werther


Zehn Top-Tipps für den Sommer

1. Entspannen im Naturfreibad

Hier lässt es sich aushalten – vor allem bei hochsommerlichen Temperaturen. Im neu gestalteten Naturfreibad Ennigerloh, ruhig im Grünen gelegen, können Wasserratten ihre Runden in den Becken drehen und Erholungssuchende auf einer der großen Liegewiesen entspannen. Das Bad hat auch eine Fasssauna, eine kleine Elektrosauna mit Platz für bis zu sieben Personen. Für das besondere Urlaubsfeeling stehen Strandkörbe auf der Sanddüne bereit. Für Kinder gibt es auf dem Gelände ein Nichtschwimmerbecken. Es gibt Wasserrutschen und neben Matschspielplatz, Fußballtor und Tischtennisplatte auch eine Kletterwand. Kleinkinder können im eigens für sie angelegten Becken planschen oder im davor aufgeschütteten Sand buddeln.

Das Freibad öffnete erstmals 1939. Im vergangenen Jahr wurde dann aus dem konventionellen Bad eines mit biologischer Wasseraufbereitung. Es hat gewöhnlich von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet.

Naturbad Ennigerloh
Am Freibad 3, 59320 Ennigerloh  
Telefon: 02524 951897
Internet: www.stadt-ennigerloh.de

2. Kreuzweg mit „Bergcharakter“

„Die Aussicht ist wirklich schön“, sagt Martina Jotzeit vom Förderverein Ahlener Kreuzweg. „Von dort oben gibt es einen tollen Blick nach Beckum oder Hamm hinüber.“ Wer den von ihr beschriebe-nen Blick – vielleicht sogar bei Sonnenauf- oder -untergang – genießen will, sollte das Haldenkreuz auf der Osthalde der ehemaligen Zeche Westfalen in Ahlen erklimmen. Es ist eine bekannte Landmarke im Münsterland. Unter Beteiligung der christlichen Kirchen Ahlens wird auf dem Kreuzweg in der Fastenzeit die Leidensgeschichte Jesu gebetet.

Die 30 Minuten dauernde, bergauf führende Strecke wird von 14 Stelen gesäumt. Sie dokumentieren die Passionsgeschichte auf moderne Art. Ist das Plateau erreicht, geht es noch einmal zehn Minuten hoch zum Kreuz. Am Haldeneingang an der Bergamtstraße in Ahlen darf – mit gutem Schuhwerk – gestartet werden. Gruppen sollten sich vorab beim Förderverein melden. Er gibt auch Auskunft über geführte Wanderungen.

Förderverein Ahlener Haldenkreuz e.V.
Martina Jotzeit
Telefon: 02382 71929
E-Mail: ahlener-haldenkreuz@web.de
Internet: https://haldenkreuz.de

3. Barfuß über die Kissinger Höhe

Barfußlaufen ist gesund, das wusste schon Pfarrer Sebastian Kneipp. Er empfahl es zur Stärkung des Immun- und des Herz-Kreislauf-Systems. Im Rahmen des Projekts „Im Westen was Neues“ entstand mithilfe der BIG Foot Gruppe Hamm ein Barfußwanderweg auf der Kissinger Höhe im Lippepark Hamm. Ein „Intensivparcours“ bietet auf 280 Metern das Erleben unterschiedlicher Bodenbeläge und Balancierstationen. Farbige Fußabdrücke weisen den Weg zu einem zweieinhalb Kilometer langen Barfußspaziergang rund um die Halde – über Gras, Moos und auch mal durch Matsch. Der Eingang ist am Parkplatz am Friedhof, Zechenweg 15.

„Das ist schon eine Besonderheit in NRW“, sagt Burkhard Reinberg von BIG Foot Hamm zum Barfußpfad, den er initiiert hat. „Natur, Gesundheit, Kunst und Bergbau – wir haben versucht, diese vier Säulen miteinander zu verbinden.“ Für den  18. Juli ist eine Führung geplant, zu der man sich bei Reinberg anmelden kann.

Burkhard Reinberg, BIG Foot Hamm
Telefon: 02381 4366619
E-Mail: info@barfuss-trend.de
Internet: www.barfusspark.info/laender/d/nrw/hamm/hamm.htm

4. Camping, das Freiluftabenteuer

Campen – das ist für jeden ein Abenteuer, erst recht für Kinder. Egal, wo das Zelt aufgebaut wird – ob im heimischen Garten oder auf dem Grundstück des befreundeten Bauern (der muss es er-lauben) – der kleine Ausstieg aus dem Alltag ist im Grunde genommen schnell geplant. Was es braucht: ein Zelt, dann Isomatten, Luftmatratzen, Schlafsäcke, Kissen und Wolldecken für den Fall, dass es in der Nacht doch etwas kälter werden sollte, als gedacht. Stühle für alle sollten auch nicht fehlen, um es sich nicht nur im, sondern auch vor dem Zelt bequem machen zu können.

Am besten verlegt gleich die ganze Familie ihr Zuhause nach draußen. Um ein richtiges Rund-um-Erlebnis aus dem Campen zu machen, kann ein Lagerfeuer entbrannt und Stockbrot gebacken werden. Oder der Vater holt die gute alte Gitarre hervor und erzählt – erst am Abend vor dem Schlafengehen – noch eine Gruselgeschichte. Vor allem die Taschenlampe dürfte beim „Draußen-Übernachten“ unabdingbar ein.

5. Picknicken –  das Familienevent

Picknicken in der Natur, das ist mehr als Essen und Trinken, das ist ein Event. Zumindest kann man es dazu machen. Die kleine kulinarische Auszeit macht auf der zufällig entdeckten Wiese mit Blick in die Ferne Spaß, aber auch im Ambiente einer nahe gelegenen Burg oder eines Schlosses.

Wer nicht auf der Decke picknicken will, kann an öffentlichen Picknickplätzen – zum Beispiel an kleinen überdachten Holzunterständen – tafeln.  Die hölzerne Sitzgruppe auf der höchsten Dünenkuppe im Telgter Naturschutzgebiet Klatenberge etwa bietet einen schönen Blick über die Heidelandschaft, der Picknickplatz am Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde auf eine Obstwiese.

Um das Event richtig auszukosten, bietet es sich an, Spiele wie Federball oder Boule dabeizuhaben. Für den Imbiss eignet sich alles, was transportabel ist: Kartoffelsalat (im Glas), Baguette, Käse und Kekse sowie Wein. Eine Lichterkette für die Dämmerung macht das Ganze gemütlich. Tischtuch, Kuschelkissen und Korkenzieher nicht vergessen!

6. Bogenschießen für Körper, Geist und Seele

Ruhe und Konzentration machen das traditionel-le Bogenschießen aus. Es wird seit Jahrhunderten vom Menschen praktiziert, früher etwa für die Nahrungsbeschaffung, heute als Wettkampfsport oder als Hobby. All diejenigen, die sich einmal als Robin Hood ausprobieren möchten, können das auf dem Bogensportgelände „Niehorster-Heide“ in Gütersloh. In der Waldlandschaft lernt er oder sie im Einzelunterricht bei Toren Mikat das „instinktive Bogenschießen“ ohne Visier oder andere Hilfsmittel.

Bogenschießen ist etwas für Körper, Geist und Seele, sagt Profi-Bogenschütze Toren Mikat. „Es bedeutet vor allem Runterkommen vom alltäglichen Stress. Mit Kraft hat das nicht viel zu tun.“ Los geht es mit einem schwachen Bogen, den Mi-kat wie den Rest der Ausrüstung zur Verfügung stellt. Wer 60 Minuten bei ihm buchen möchte, kann ihn anrufen – auch um zu fragen, ob wieder Schnupper- und Grundkurse für mehrere Personen möglich sind.

Bogensportanlage Toren Mikat
An den Sandgruben, 33334 Gütersloh
Telefon: 05241 340143
E-Mail: info@abenteuer-bogenschiessen.de
Internet: www.abenteuer-bogenschiessen.de

7. Besuch bei den Wildtieren in der Emsaue

Idylle pur: Imposante Auerochsen (Heckrinder) und Wildpferde (Koniks) grasen friedlich auf der Wiese. Man hat den Eindruck, hier ist die Zeit stehen geblieben. Die Emsaue bei Telgte, bestehend aus den Naturschutzgebieten Westbevern-Vadrup, Lauheide und In den Pöhlen, ist aber nicht nur wegen der Begegnung mit den Wildtieren, die von der NABU-Naturschutzstation als Landschaftspfleger eingesetzt werden, ein Erlebnis. Es ist erholsam, durch diese kleinen ökologischen Paradiese mit ihren Flussschlingen, Feuchtwiesen und Sandkuppen zu spazieren oder sie mit dem Rad zu erfahren.

Wer sich auf den Weg machen möchte, kann von Telgte aus dem Emsauen-Radweg folgen. Ein Spaziergang kann am Josefsee an der Nathmannsheide in Westbevern starten. Unweit des Sees befinden sich die Wildtierweiden mit Pferden und Ochsen sowie ein kleiner Aussichtsturm mit Blick auf die Ems. Eine Karte mit den Auerochsenweiden gibt es beim NABU.

NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V., Haus Heidhorn
Westfalenstr. 490, 48165 Münster
Telefon: 02501 9719433
E-Mail: info@NABU-Station.de
Internet: www.nabu.de

8. Die moderne Schnitzeljagd

Wer ist als Kind nicht auf Schnitzeljagd gegangen? Die gibt es heute noch und heißt jetzt „Geocaching“. Diese Schatzsuche per Handy kann Wandertouren oder Stadtrundgänge spannend machen. Weltweit sind Millionen Schätze verborgen, auch in den Kreisen Warendorf und Gütersloh.

Die Verstecke, mit einer Box und kleinen Gegenständen bestückt, sind anhand geografischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und werden mit einem GPS-Empfänger gesucht. Es gibt die Geocaching®-App, in der man sich kostenlos registrieren lassen kann und der die GPS-Tracking-Funktion erlaubt werden muss. Auf einer Karte kann der Schatzsucher sehen, wie weit ein Findling entfernt ist, zu dem er sich navigieren lässt. Dort angekommen, trägt er sich ins Logbuch ein und versteckt den Geocach wieder an derselben Stelle oder tauscht ihn aus. Wo genau sich ein Schatz befindet, bleibt geheim.

Internet: www.geocaching.com

9. Nachts die Natur erleben

Nachts sind alle Katzen grau. Heißt: Nachts sieht selbst Bekanntes anders aus. Manches wirkt fremd, vielleicht sogar unheimlich. Wer eine Nachtwanderung vorschlägt, dürfte auf große Begeisterung stoßen – vor allem bei Kindern. Der Weg sollte vor-ab allerdings auf mögliche Gefahren getestet sein. Einen tollen Gruselfaktor dürfte ein Gang durch den Wald mit sich bringen: Hier ruft das Käuzchen und die Äste knacken. Wer es richtig zum Fürch-ten mag, „engagiert“ Freunde fürs Spuken (unter dem weißen Tischtuch) am Wegesrand. Wer es entspannter mag, kann eine Wanderung unter den Sternen beispielsweise zu einer alten Burg planen.

Ausgangspunkt kann ein Lagerfeuer sein, an dem – als Vorkost sozusagen – eine Gruselgeschichte erzählt wird oder auch nur Würstchen gebraten werden. Dann kann es losgehen, aber immer schön zusammenbleiben! Und die Taschenlampe nicht vergessen oder auch Laternen für eine heimelige Atmosphäre. Übrigens: Das Wandern hinein in den heller werdenden Morgen ist besonders magisch.

10. Kleine Radtour zur Lippefähre Lupia

Die Lippe, längster Fluss in NRW, wird von einem Radfernweg begleitet. Die Römer-Lippe-Route verläuft zwischen Detmold und Xanten und gehört zu den schönsten Flussradwegen Deutschlands. Wer sich für eine 23 Kilometer lange Strecke einklinken möchte, kann das in Ahlen-Dolberg tun.

Auf der Tour rund um Hamm geht es über die Wasserschloss- und die Lippeauen-Schleife an den Schlössern Heessen und Oberwerries vorbei. An Letzterem wartet ein kleines Highlight auf den Freizeitler: die Lippefähre „Lupia“, die Besucher mit eigener Muskelkraft über das Wasser bringt.
„Wir wissen, dass die Fähren eine beliebte Attraktion in unserer Region sind“, sagt Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbands. Wer eine kleine Abwechslung auf seiner Radtour wünscht, nutzt diese Verbindung zwischen südlicher (Stadt Hamm) und nördlicher Lippeaue (Kreis Warendorf) und schnuppert mal „rüber“.

Die Öffnungszeiten sind im Internet einsehbar unter:
https://web.hamm.de/lifeplus-projekt/life-lip-pefaehre/aktuelle-oeffnungszeiten.html
Umweltamt Hamm, Jessica Dieckmann
Gustav-Heinemann-Straße 10, 59065 Hamm
Tel. 02381 17-7139  
E-Mail: jessica.dieckmann@stadt.hamm.de
Internet: https://www.roemerlipperoute.de

Text: Andrea Kutzendörfer, Fotos: Andrea Kutzendörfer, dpa, Friedhelm Jasper/EGLV