Feuerpfanne für Hartgesottene

Mahlzeit. Wenn mittags der Magen knurrt, brauchen Hungrige etwas zu essen. Auf den Märkten in Gütersloh und Warendorf werden sie fündig.

 

Im Jahr 2000, als Arthid Tiengwan erstmals seinen Imbiss auf dem Gütersloher Wochenmarkt aufgeschlagen hatte, ahnte er bereits, was die Kunden bei ihm bestellen würden: Nudeln. „Die Leute waren sehr verhalten. Scharf haben sie überhaupt nicht gegessen.“ Das hat sich in 18 Jahren geändert. „Die Menschen sind offener geworden, was das Essen betrifft.“

 

Die „hierzulande“ hat sich auf den Märkten in Warendorf und Gütersloh umgeschaut, was die Kunden dort zu Mittag essen können, und ist unter anderem am Stand von Tiengwan fündig geworden. Sein kleiner Wagen steht mitten auf dem Berliner Platz. Es gibt asiatische Gerichte aus Tiengwans Heimat.

 

Suppen sind beliebt

Nudeln mit Fleisch, Ente süß-sauer, Hackfleischsalat mit ein bisschen Schärfe, Curry und Feuerpfanne mit viel Schärfe. „An die Feuerpfanne haben sich oft nur Kunden getraut, die bereits in Thailand oder Asien waren und das Essen dort probiert haben“, hat Tiengwan beobachtet. Aber auch die Pfanne geht mittlerweile häufiger über die Theke. Gütersloher Gaumen haben sich an den Geschmack gewöhnt.  Besonders im Herbst und Winter gehören die Suppen zum Kassenschlager. Nudel-, Reis- oder Kokosnusssuppe sind sehr beliebt bei den Kunden. Die Zutaten werden mit Salz, Pfeffer, Zucker und Soja verfeinert. „Mehr nicht“, sagt der 63-Jährige. Er legt Wert auf das Natürliche. Zusatzstoffe sind verboten.

 

Der Klassiker: Backfisch mit Remoulade

Einige Schärfegrade weniger hat der Mittagssnack am Stand von Fisch Holland. Das Geschäft hat sich, wie der Name es schon verrät, auf holländische Fischspezialitäten konzentriert. Ganz oben auf der Bestellliste: Lekkerbek – Backfisch.

  

„Besonders am Wochenende essen die Leute den am liebsten“, sagt Sevinc Gel, die Fisch verschiedener Arten bereits seit zehn Jahren auf dem Gütersloher Wochenmarkt verkauft. Zum Backfisch serviert sie einen Schlag Remoulade. „Wir haben ein bestimmtes Gewürz, wodurch der Fisch einen besonderen Geschmack bekommt.“ Was auch auf der Karte steht: Miesmuscheln mit Kartoffelsalat oder – nach Wahl – mit Pommes.

 

Wer auf den Warendorfer Wochenmarkt geht, dem dürfte ähnlich wie in Gütersloh der Geruch von frisch gebackenem Fisch in die Nase steigen. Genauer gesagt die Waren von Birgit Robert. Der Renner neben Backfisch sind die Fischpommes. „Die Kinder lieben Fischfrites“, sagt Robert.

 

Die Tüte Senf gibt es kostenlos dazu

 

Kalte Speisen und gebratene Fertiggerichte auf die Hand gibt es bei der Landfleischerei Otto Reckermann aus Ostbevern. Wer schnell einen Happen essen möchte, bestellt sich bei Maria Frische, Stefanie Pollmann oder Elisabeth Künne eine Frikadelle oder ein Schnitzel. Eine Tüte Senf bekommen die Kunden bei Reckermanns umsonst dazu. Na dann – guten Appetit!

 

Text und Bilder: Benedikt Miketta


In aller Herrgottsfrühe

Es ist 5 Uhr am Morgen. Doch die Zeit rennt. In zwei Stunden öffnet der Beckumer Markt. Und bis auf ein paar Kisten hat Tobias Brüggenthies noch nicht viel in seinem Stand eingeräumt. „Ich muss früh anfangen, sonst werde ich nicht rechtzeitig fertig“, sagt der Gärtner. Kunden vor einem leeren Verkaufsstand? Bloß nicht. Seit 4.30 Uhr ist der 36-Jährige bereits auf dem Marktplatz. Den 14 Meter langen Stand hat er bereits aufgebaut. Der 36-Jährige krempelt die Ärmel hoch. Die Uhr tickt, die Zeit sitzt ihm im Nacken. „Unsere Verkäuferinnen kommen erst um 7.“ Solange regelt der Chef das Einräumen und  -sortieren allein.

 

Ein paar Meter weiter nippt Regina Gawlik an ihrem Kaffee. Den Wachmacher im Becher hat sie sich auf dem Hinweg gekauft. So viel Zeit muss sein. Findet auch Birgit Schlotmann vom gleichnamigen Landwirtschaftsbetrieb aus Oelde. Sie stellt ihre Porzellantasse auf die Eisenwaage. „Zwischendurch trinke ich einen Schluck.“ Die Oelderin stellt Paletten auf einer Theke ab. Die Ablage besteht aus Holzplatten, die auf alten Böcken liegen. „Ist alles etwas improvisiert“, gesteht Schlotmann. Aber es muss ja schnell auf- und wieder abgebaut werden. Und außerdem trägt es die Last der Tomaten, Paprikas, Kartoffeln, Eier und Zwiebeln.

 

Das, was sie selbst im Lieferwagen mitgebracht haben, ist  ausgeräumt und steht auf den Holzbrettern. Gawlik schließt die Kasse an, nimmt einen Lappen und wischt die Ablage, dann die alte Waage. Mit dem trockenen Tuch säubert sie die Kasse. Alles blitzeblank sauber. Und auch Schlotmann liegt gut in der Zeit. Das Gröbste, nämlich das Ausräumen, ist geschafft. Zeit für einen Schluck Kaffee. Er ist kalt.

 

Es wird langsam hell. Die Vögel singen und zwitschern in den Bäumen, und die Tauben suchen auf den Pflastersteinen des Marktplatzes nach dem ersten Happen Frühstück. Einige Meter weiter liegen Tintenfische, Lachse, Forellen und Doraden auf Eis – im wahrsten Sinne des Wortes. Karl Heitze hat in den frühen Morgenstunden 70 kalte Kilo in seiner Theke verteilt. Darauf liegen die bereits angebotenen Fische. Heitze wischt mit einem feuchten Lappen über die Seitenwand des Verkaufswagens. Er ist Fischhändler durch und durch. „Ich mache diesen Beruf seit 41 Jahren“, sagt er stolz. Es ist 6 Uhr. Noch ist Zeit.

 

Die Sonne steigt. Die Markthändler machen ihre grellen Lampen aus. 6.30 Uhr. Wolfgang Nordhues räumt mit fliegenden Fingern seinen Thekenbereich ein. Der Oelder ist nicht allein. Stephanie Koch, Mechthild Heilmann und Martin Görsmeier helfen ihm, den 25-Meter-Marktstand einzuräumen. „Allein würde ich das niemals schaffen“, sagt Nordhues, die Arme in den Hüften gestützt. Er atmet tief durch. Eine kurze Verschnaufpause. Willkommene Ruhe vor dem Sturm. Kartoffeln, Obst und Gemüse. „Alles, was das Herz begehrt“, bietet Nordhues an.

 

Noch eine halbe Stunde, dann ist der Markt offiziell geöffnet. Aus der Ferne kommt ein Mann mit grauem Bart und Fahrradhelm auf Nordhues‘ Stand zugeradelt. An der Leine läuft sein Hund neben ihm. Ludger Vöge hält an, steigt ab und geht zielstrebig auf die Ablage zu. Er schaut auf die Erdbeeren. „Ich hätte gern eine Schale“, sagt er. „Bei einigen bekommt man ja schon vor 7 Uhr etwas zu kaufen“, erklärt Vöge. Die Morgenrunde mit dem Hund und der erste Einkauf lassen sich ideal verbinden.

 

Willi Schmidt lief ert seit 30 Jahren Eier aus. Er arbeitet für den Bauern Christoph Gruchmann aus Ennigerloh. „Der Chef ist im Urlaub.“ Schmidt ersetzt ihn. Der Angestellte ist von weißen und braunen Eiern umgeben. Vor ihm stapeln sich die Paletten. „Ich habe schon mal eine Waage vergessen“, erinnert sich Schmidt. „Aber da hat mir sofort einer geholfen und mir eine geliehen.“ Mit- statt gegeneinander auf dem Beckumer Markt. „Das war mal anders“, betont Schmidt. „Aber mittlerweile sieht man die anderen als Mitbewerber. Das macht das Miteinander aus.“

 

Es ist kurz nach sieben Uhr. In aller Seelenruhe schneidet Marion Gödde das Holzsteinofenbrot,  das Markenzeichen der Bäckerei Plümpe aus Beckum. „Alles handgemacht“, erzählt Chef Josef Plümpe, während eine Dame ein Brot bestellt. Die Kasse klingelt.

 

Text und Bilder: Benedikt Miketta


Aromatherapie für die Küche

Während einige ihren Blick noch etwas unentschlossen über die Auslage schweifen lassen, steuern andere den Stand auf dem Gütersloher Wochenmarkt ganz gezielt an. Um die 800 Produkte bietet Drogist Bernd Niggemeier an. Schnell hat der 65-Jährige das gewünschte Gewürz in der Hand. „Liebstöckel ist herrlich“, betont Regina Schulte zur Oven als sie das Tütchen entgegennimmt. „Das ist das beste Gewürz für Suppen und enthält viel Eisen.“ Niggemeier nickt zustimmend. Maggikraut eben.

 

Für den Stromberger ist Liebstöckel eines der vergessenen Gewürze. Ebenso Bohnenkraut, das seiner Meinung nach in jeden Eintopf gehört. Zusätzlicher Vorteil: Man spart eine Menge Salz. Dass einige Gewürze in den Hintergrund geraten, liege nicht zuletzt am vielfältigen Angebot. „Wir haben die Möglichkeit uns so zu versorgen, dass wir alle Gerichte, die wir aus dem Urlaub kennen, nachkochen können“, sagt Niggemeier.

 

Deutlich weniger kommen in der Küche mittlerweile auch Trockenfrüchte zum Einsatz – zu Unrecht wie der Drogist findet. „Kumquats passen wegen ihres leichten Bitterorangengeschmacks gut zu Wildgerichten und Desserts“, betont er. Berberitzen, die an Preiselbeeren erinnern, geben eine säuerliche Note. Als Süßungsmittel und Geschmacksträger für Reisgerichte eignen sich Datteln.

 

Auf Trockenfrüchte schwört auch Ahmed Mukhtar, der an seinem Feinkoststand in Ennigerloh anzutreffen ist. Bei ihm können die Wochenmarktbesucher Rosinen und kandierten Ingwer bekommen ebenso wie Datteln, Aprikosen und Pflaumen - alles nur mit Kern. Und das aus gutem Grund: „Viele Menschen wollen keinen Kern. Doch gerade der enthält viel Aroma“, betont der 50-Jährige. Gleiches gilt für Oliven. Rund acht Sorten bietet Mukhtar an – auf Wunsch der Kunden aber auch ohne Kern und ohne Gewürze. Lediglich Salz kommt für die Haltbarkeit hinzu. „Manche Kunden wollen nur die reinen Oliven haben“, verrät er. So verhält es sich auch mit dem Schafskäse, den der Oelder anbietet. Nicht immer soll er eingelegt sein, besonders dann nicht, wenn er zu Hause überbacken oder selbst gewürzt werden soll. Doch egal ob naturbelassen oder nicht – all seine Sorten sind bei den Kunden beliebt. Das erklärt sich Mukhtar so: „Ich bin der Einzige im Kreis Warendorf, der französischen Schafskäse anbietet.“ Dieser schmecke - zum Beispiel im Vergleich zu griechischem - immer gleich und sei zudem deutlich milder.

 

Das Produkt, das Bernd Niggemeier am meisten verkauft, ist sein Tomaten-Dip. „Er eignet sich als Grundzutat für Salatsoßen und kann mit Schnittlauch und Zwiebeln ergänzt werden“, sagt er. Gern genommen wird auch das Bärlauch-Pesto zum Selbstanrühren - laut Niggemeier die westfälische Antwort auf italienisches Pesto. Gut passt es in die kommende Spargel- und Grillsaison. 

 

Für ihn spielen Gewürze eine entscheidende Rolle in der Küche. „Erst durch sie werden die Geschmacksstoffe der Lebensmittel für uns wahrnehmbar“, sagt er. Zudem geben Gewürze Gerichten nicht nur einen tollen Geschmack – sie wirken sich auch positiv auf den Körper aus. „Naturgewürze regen den Stoffwechsel an und verbessern die Aufnahme von Fettsäuren, Vitaminen und Proteinen“, betont Niggemeier.

 

„Es fehlt etwas“. Diesen Satz bekommt Ahmed Mukhtar ab und an zu hören. Und er weiß auch warum: „Die Kunden wollen es immer würziger haben“, sagt er. Ist das Produkt dann mal etwas milder, bekommen sie den Unterschied direkt mit und damit das Gefühl, dass etwas fehlt. Kleine Schwankungen verzeihen ihm seine Kunden aber gern. Schließlich bereitet der 50-Jährige rund 90 Prozent seiner Speisen selbst zu – und das drei bis vier Mal die Woche frisch.

 

Text und Bilder: Pia Engelbrecht


Vitaminspender im Winter

Wie übersteht man den Winter gesund – und um welche Südfrüchte kommt man dabei als Ergänzung zu heimischem Obst und Gemüse nicht herum? „Hierzulande“ hat bei den Marktbeschickern nachgefragt.

 

Wenn es draußen zumeist trist und dunkel ist, kann es in der Küche trotzdem farbenfroh und vor allem vitaminreich zugehen. Vor allem heimisches Gemüse gibt es in den Wintermonaten zuhauf. „Wir essen das ganze Jahr über viel Frisches aus der Region, im Winter zum Beispiel Rosenkohl und Karotten“, erklärt Gisela Becker. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter erledigt sie an diesem Vormittag auf dem Wochenmarkt in Beckum ihren Einkauf. Am Stand der Gärtnerei Brüggenthies fällt die Wahl auf einen Kopf Kohl – aus eigenem Anbau des Familienunternehmens aus Diestedde.  „Feldsalat und Kohlgemüse sind momentan die Klassiker“, erklärt Inhaber Tobias Brüggenthies.

 

Heiner Silberberg bedient sich am liebsten im eigenen Garten, wenn es um Obst und Gemüse geht. Doch vor allem im Winter sei das schwierig. Deshalb ist der Beckumer regelmäßig am Marktstand von Birgit Schlotmann aus Oelde anzutreffen. „Regionale Produkte sind mir wichtig“, erklärt er. Beim Obst allerdings ist die Auswahl derzeit stark eingeschränkt. „Aus der Region gibt es nur Äpfel und Birnen“, sagt Schlotmann und zuckt mit den Schultern. Doch vor allem Zitrusfrüchte aus dem Süden gleichen aus, was an heimischen Früchten in dieser Jahreszeit fehlt. Sie sind zwar nicht regional, aber dafür saisonal verfügbar.

 

Einige Meter weiter fachsimpelt derweil Heiner Steinhoff mit Christoph Gruchmann. Der Beckumer lässt sich einige Äpfel einpacken, aber auch die Orangen am Stand des Ennigerloher Landwirts bleiben nicht ungesehen. „Orangen und vor allem Clementinen sind im Winter der Vitaminspender Nummer eins“, erklärt Gruchmann und deutet auf die Kisten vor ihm. Äpfel hingegen seien das ganze Jahr über stark gefragt. Steinhoff stimmt ihm nickend zu. „So lange, wie es Erzeugnisse aus der Region gibt, nehme ich die, aber selbstverständlich gibt es bei uns jetzt auch Zitrusfrüchte“, sagt er.
Zwar ist die Erntezeit von Äpfeln und Birnen im Winter längst vorbei, sie ließen sich aber bei kühlen, gleichbleibenden Temperaturen über mehrere Wochen lagern, erklärt Heike Cilker aus Herzebrock, die ihren 12 Meter langen Stand auf dem Wochenmarkt in Harsewinkel aufgebaut hat. Schaden nehmen sie dabei nicht - weder was den Geschmack betrifft, noch in Hinblick auf ihren Vitamingehalt. Damit seien die regionalen Kernobstgewächse für all jene, die ungern auf Importware zurückgreifen, die perfekte Alternative.

 

Abgesehen von den gängigen Winter-Klassikern finden Kunden an den Obst- und Gemüseständen auf dem Alten Markt in Harsewinkel zudem verschiedene Sorten Nüsse. „Sie werden häufig unterschätzt“, weiß Cilker. Was viele nicht wissen: Erdnuss, Haselnuss und Walnuss liefern dem Körper gerade in der kalten Jahreszeit wichtige Nährstoffe wie Vitamin E, Kalium, Magnesium und Ballaststoffe. Damit sind sie wirkungsvolle Energiespender - gerade dann, wenn ein Einsetzen der Wintermüdigkeit droht. Der könne man auch mit dem Verzehr von Kräutern entgegenwirken. „Sprossen und Kresse zum Beispiel kann man einfach und schnell zuhause selbst anbauen“, sagt Cilker. Ebenfalls unterschätzt werde laut der Marktbeschickerin die Kartoffel. „Die unscheinbaren Knollen sind regelrechte Vitamin C-Bomben“, verrät die Herzebrockerin. Nicht umsonst hießen sie Zitronen des Nordens.

 

Ein Pluspunkt für die Kartoffel sei außerdem ihre Vielseitigkeit. „Beliebte Gerichte im Winter sind deftige Eintöpfe mit Möhren, Wirsing oder Steckrüben. Sie halten von innen warm und liefern genügend Vitamine für den Tag“, erklärt Luise Brummel, die seit 20 Jahren hinter dem Marktstand von Landwirt Hubert Heitmann aus Clarholz seht. Dementsprechend gut kennt sie auch die Einkaufsgewohnheiten ihrer Kunden. „Die meisten greifen ausschließlich zu saisonalem und regionalem Obst und Gemüse“, sagt sie. Ursula Ries, die auf der anderen Seite des Verkaufstisches steht, pflichtet der Verkäuferin bei: „Sonst braucht man auch nicht auf den Markt zu gehen.“ Ihr Motto laute: „Alles zu seiner Jahreszeit“.

Text und Fotos: Anja Frielinghaus und Kirstin Oelgemöller


Fairer Preis zahlt sich aus

Warum kaufen Verbraucher Schnitzel, Aufschnitt und Gehacktes auf dem Wochenmarkt? „Hierzulande“ hat nachgefragt.

 

Wissen, was man kauft und woher das Produkt kommt – auf den Wochenmärkten in Gütersloh und Oelde ist das den Kunden wichtig. Beides gilt für sie ganz besonders dann, wenn Fleisch auf den Tisch kommt.

 

Mit einem freundlichen Lächeln begrüßt Cornelia Freitag hinter der Verkaufstheke der Landfleischerei Scmalenhorst-Westhoff aus Rietberg auf dem Markt in Gütersloh ihren nächsten Kunden. Es ist Will Werner aus Marienfeld. Der 74-Jährige kauft nach eigenen Angaben sein Fleisch ausschließlich direkt beim Fleischer. Es ist ihm wichtig, dass er weiß, woher das Fleisch kommt, dass er verzehrt. „Ich bin auf dem Land aufgewachsen, wir haben früher selbst geschlachtet“, sagt er.

 

Mitunter beim Fleischer etwas mehr zahlen zu müssen, stört die wenigsten, die auf dem Wochenmarkt die Produkte kaufen. Für Will Werner stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dem stimmen Johannes und Maria Westermann zu. In ihrer Heimatstadt Oelde sind sie Stammkunde auf dem Wochenmarkt. „Wir sind Feinschmecker und kaufen unser Fleisch grundsätzlich beim Fachhändler“, sagt Johannes Westermann. 

 

Auch Dirk Kahlmeier ist regelmäßig auf dem Oelder Wochenmarkt anzutreffen. Am Stand von Anne Stammkötter aus Enniger kauft er für seine Töchter Tilda und Enie zwei Wiener Würstchen. Fleisch gibt es in der Familie nur vom Fleischer. „Man kennt das ja, aus dem Braten aus dem Supermarkt kommt viel Wasser heraus und es bleibt kaum etwas übrig“, schildert er. Diese negative Überraschung bleibe bei qualitativ hochwertigem Fleisch aus der Region seiner Erfahrung nach aus.

 

Außerdem gibt es bei den Experten auch immer kostenlos Tipps für die richtige Lagerung und Zubereitung dazu. Und Fragen zur Herkunft der Produkte können die Verkäufer mit gutem Gewissen beantworten. 

 

Text und Fotos: Anja Frielinghaus und Kirstin Oelgemöller


Tipps vom Markt

Die Sonne lacht und die Temperaturen gehen nach oben. Ein Blick auf den Kalender bestätigt die Vermutung: Der Frühling ist da – endlich.

 

Und das soll auch daheim zu sehen sein. Was gibt es da Besseres als frische Blumen? Zu kaufen gibt es die auf den Märkten in der Region. Dort wartet in den Frühjahrsmonaten ein buntes Meer an Schnitt- und Topfblumen.

 

Auch in Beckum am Stand des Blumenhandels Olbert. Zu dritt verkaufen sie dort florale Träume in Hülle und Fülle. Floristin Elke Cresing und ihre Kolleginnen haben jetzt alle Hände voll zu tun. Und was wollen die Menschen haben, um den Lenz ins Haus zu lassen? „Farbenfrohe Blumen“, sagt sie und zeigt auf die vielen Tulpen vor. In allen erdenklichen Farben gibt es sie. Aber für Elke Cresing ist eine Farbe im Frühling unschlagbar: Gelb.

 

Für Gertrud Horstmann gibt es einen anderen Favoriten. Bei ihr lassen die Traubenhyazinthen, auch Muscaris genannt, das Herz höher schlagen. „Die Muscaris sind sowohl drinnen als auch draußen dekorativ“, sagt die Füchtorfer Blumenhändlerin über die zarten Blüten, die in Blau oder Weiß erstrahlen.

 

Einen Geheimtipp, um dem Frühling „Hallo“ zu sagen, hat auch der Schloß Holter Händler Roman Walisko. Auf dem Markt an der Prekerstraße in Gütersloh steht er mit seinem kleinen, aber feinen Stand. Und er rät, sich Anemonen ins Haus zu holen. Diese habe eine vielfältige Farbpalette zu bieten. Und sie habe zudem einen weiteren Vorteil: „Es gibt sie nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Sommer“, erklärt Walisko.

 

Texte und Fotos: Benedikt Paweltzik