Vitaminspender im Winter

Wie übersteht man den Winter gesund – und um welche Südfrüchte kommt man dabei als Ergänzung zu heimischem Obst und Gemüse nicht herum? „Hierzulande“ hat bei den Marktbeschickern nachgefragt.

Wenn es draußen zumeist trist und dunkel ist, kann es in der Küche trotzdem farbenfroh und vor allem vitaminreich zugehen. Vor allem heimisches Gemüse gibt es in den Wintermonaten zuhauf. „Wir essen das ganze Jahr über viel Frisches aus der Region, im Winter zum Beispiel Rosenkohl und Karotten“, erklärt Gisela Becker. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter erledigt sie an diesem Vormittag auf dem Wochenmarkt in Beckum ihren Einkauf. Am Stand der Gärtnerei Brüggenthies fällt die Wahl auf einen Kopf Kohl – aus eigenem Anbau des Familienunternehmens aus Diestedde.  „Feldsalat und Kohlgemüse sind momentan die Klassiker“, erklärt Inhaber Tobias Brüggenthies.

Heiner Silberberg bedient sich am liebsten im eigenen Garten, wenn es um Obst und Gemüse geht. Doch vor allem im Winter sei das schwierig. Deshalb ist der Beckumer regelmäßig am Marktstand von Birgit Schlotmann aus Oelde anzutreffen. „Regionale Produkte sind mir wichtig“, erklärt er. Beim Obst allerdings ist die Auswahl derzeit stark eingeschränkt. „Aus der Region gibt es nur Äpfel und Birnen“, sagt Schlotmann und zuckt mit den Schultern. Doch vor allem Zitrusfrüchte aus dem Süden gleichen aus, was an heimischen Früchten in dieser Jahreszeit fehlt. Sie sind zwar nicht regional, aber dafür saisonal verfügbar.

Einige Meter weiter fachsimpelt derweil Heiner Steinhoff mit Christoph Gruchmann. Der Beckumer lässt sich einige Äpfel einpacken, aber auch die Orangen am Stand des Ennigerloher Landwirts bleiben nicht ungesehen. „Orangen und vor allem Clementinen sind im Winter der Vitaminspender Nummer eins“, erklärt Gruchmann und deutet auf die Kisten vor ihm. Äpfel hingegen seien das ganze Jahr über stark gefragt. Steinhoff stimmt ihm nickend zu. „So lange, wie es Erzeugnisse aus der Region gibt, nehme ich die, aber selbstverständlich gibt es bei uns jetzt auch Zitrusfrüchte“, sagt er.
Zwar ist die Erntezeit von Äpfeln und Birnen im Winter längst vorbei, sie ließen sich aber bei kühlen, gleichbleibenden Temperaturen über mehrere Wochen lagern, erklärt Heike Cilker aus Herzebrock, die ihren 12 Meter langen Stand auf dem Wochenmarkt in Harsewinkel aufgebaut hat. Schaden nehmen sie dabei nicht - weder was den Geschmack betrifft, noch in Hinblick auf ihren Vitamingehalt. Damit seien die regionalen Kernobstgewächse für all jene, die ungern auf Importware zurückgreifen, die perfekte Alternative.

Abgesehen von den gängigen Winter-Klassikern finden Kunden an den Obst- und Gemüseständen auf dem Alten Markt in Harsewinkel zudem verschiedene Sorten Nüsse. „Sie werden häufig unterschätzt“, weiß Cilker. Was viele nicht wissen: Erdnuss, Haselnuss und Walnuss liefern dem Körper gerade in der kalten Jahreszeit wichtige Nährstoffe wie Vitamin E, Kalium, Magnesium und Ballaststoffe. Damit sind sie wirkungsvolle Energiespender - gerade dann, wenn ein Einsetzen der Wintermüdigkeit droht. Der könne man auch mit dem Verzehr von Kräutern entgegenwirken. „Sprossen und Kresse zum Beispiel kann man einfach und schnell zuhause selbst anbauen“, sagt Cilker. Ebenfalls unterschätzt werde laut der Marktbeschickerin die Kartoffel. „Die unscheinbaren Knollen sind regelrechte Vitamin C-Bomben“, verrät die Herzebrockerin. Nicht umsonst hießen sie Zitronen des Nordens.

Ein Pluspunkt für die Kartoffel sei außerdem ihre Vielseitigkeit. „Beliebte Gerichte im Winter sind deftige Eintöpfe mit Möhren, Wirsing oder Steckrüben. Sie halten von innen warm und liefern genügend Vitamine für den Tag“, erklärt Luise Brummel, die seit 20 Jahren hinter dem Marktstand von Landwirt Hubert Heitmann aus Clarholz seht. Dementsprechend gut kennt sie auch die Einkaufsgewohnheiten ihrer Kunden. „Die meisten greifen ausschließlich zu saisonalem und regionalem Obst und Gemüse“, sagt sie. Ursula Ries, die auf der anderen Seite des Verkaufstisches steht, pflichtet der Verkäuferin bei: „Sonst braucht man auch nicht auf den Markt zu gehen.“ Ihr Motto laute: „Alles zu seiner Jahreszeit“.

Text und Fotos: Anja Frielinghaus und Kirstin Oelgemöller


Fairer Preis zahlt sich aus

Warum kaufen Verbraucher Schnitzel, Aufschnitt und Gehacktes auf dem Wochenmarkt? „Hierzulande“ hat nachgefragt.

Wissen, was man kauft und woher das Produkt kommt – auf den Wochenmärkten in Gütersloh und Oelde ist das den Kunden wichtig. Beides gilt für sie ganz besonders dann, wenn Fleisch auf den Tisch kommt.

Mit einem freundlichen Lächeln begrüßt Cornelia Freitag hinter der Verkaufstheke der Landfleischerei Scmalenhorst-Westhoff aus Rietberg auf dem Markt in Gütersloh ihren nächsten Kunden. Es ist Will Werner aus Marienfeld. Der 74-Jährige kauft nach eigenen Angaben sein Fleisch ausschließlich direkt beim Fleischer. Es ist ihm wichtig, dass er weiß, woher das Fleisch kommt, dass er verzehrt. „Ich bin auf dem Land aufgewachsen, wir haben früher selbst geschlachtet“, sagt er.

Mitunter beim Fleischer etwas mehr zahlen zu müssen, stört die wenigsten, die auf dem Wochenmarkt die Produkte kaufen. Für Will Werner stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dem stimmen Johannes und Maria Westermann zu. In ihrer Heimatstadt Oelde sind sie Stammkunde auf dem Wochenmarkt. „Wir sind Feinschmecker und kaufen unser Fleisch grundsätzlich beim Fachhändler“, sagt Johannes Westermann. 

Auch Dirk Kahlmeier ist regelmäßig auf dem Oelder Wochenmarkt anzutreffen. Am Stand von Anne Stammkötter aus Enniger kauft er für seine Töchter Tilda und Enie zwei Wiener Würstchen. Fleisch gibt es in der Familie nur vom Fleischer. „Man kennt das ja, aus dem Braten aus dem Supermarkt kommt viel Wasser heraus und es bleibt kaum etwas übrig“, schildert er. Diese negative Überraschung bleibe bei qualitativ hochwertigem Fleisch aus der Region seiner Erfahrung nach aus.

Außerdem gibt es bei den Experten auch immer kostenlos Tipps für die richtige Lagerung und Zubereitung dazu. Und Fragen zur Herkunft der Produkte können die Verkäufer mit gutem Gewissen beantworten. 

Text und Fotos: Anja Frielinghaus und Kirstin Oelgemöller


Tipps vom Markt

Die Sonne lacht und die Temperaturen gehen nach oben. Ein Blick auf den Kalender bestätigt die Vermutung: Der Frühling ist da – endlich.

Und das soll auch daheim zu sehen sein. Was gibt es da Besseres als frische Blumen? Zu kaufen gibt es die auf den Märkten in der Region. Dort wartet in den Frühjahrsmonaten ein buntes Meer an Schnitt- und Topfblumen.

Auch in Beckum am Stand des Blumenhandels Olbert. Zu dritt verkaufen sie dort florale Träume in Hülle und Fülle. Floristin Elke Cresing und ihre Kolleginnen haben jetzt alle Hände voll zu tun. Und was wollen die Menschen haben, um den Lenz ins Haus zu lassen? „Farbenfrohe Blumen“, sagt sie und zeigt auf die vielen Tulpen vor. In allen erdenklichen Farben gibt es sie. Aber für Elke Cresing ist eine Farbe im Frühling unschlagbar: Gelb.

Für Gertrud Horstmann gibt es einen anderen Favoriten. Bei ihr lassen die Traubenhyazinthen, auch Muscaris genannt, das Herz höher schlagen. „Die Muscaris sind sowohl drinnen als auch draußen dekorativ“, sagt die Füchtorfer Blumenhändlerin über die zarten Blüten, die in Blau oder Weiß erstrahlen.

Einen Geheimtipp, um dem Frühling „Hallo“ zu sagen, hat auch der Schloß Holter Händler Roman Walisko. Auf dem Markt an der Prekerstraße in Gütersloh steht er mit seinem kleinen, aber feinen Stand. Und er rät, sich Anemonen ins Haus zu holen. Diese habe eine vielfältige Farbpalette zu bieten. Und sie habe zudem einen weiteren Vorteil: „Es gibt sie nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Sommer“, erklärt Walisko.

Texte und Fotos: Benedikt Paweltzik