Gegen alles ist ein Kraut gewachsen

Wenn es zwickt und zwackt, sich leichte Kopfschmerzen oder ein Husten anbahnen, dann möchte manch einer nicht sofort zu Medikamenten greifen, sondern sucht eine Alternative in der Natur. Viele Pflanzen und Kräuter haben tatsächlich heilende Kräfte und stehen industriellen Medikamenten teilweise in nichts nach. Im Apothekergarten in Gütersloh gibt es mehr als 150 verschiedene Pflanzen, die medizinisch verwendet werden. Sortiert nach Krankheitsbildern informieren Tafeln über die Wirkung der Kräuter und wie sie verwendet werden.

Claudia Scherrer ist Apothekerin und Vorsitzende des Fördervereins. Ebenso wie einige andere Mitglieder des Vereins macht sie Führungen durch den Garten und erklärt den Besuchern die Heilpflanzen. Für hierzulande fasst sie einige wichtige Fakten zu der Anlage im Botanischen Garten zusammen.

Text und Video: Anika Reckeweg


Aufgeweckte entdecken Einwecken

Neuer Trend oder veraltete Kochkunst? Wo sich bis vor einigen Jahrzehnten auf den Kellerregalen noch Gläser mit Apfelkompott, eingelegten Gurken oder Marmelade türmten, herrscht heute meist gähnende Leere. Es scheint, als wäre das Konservieren von Obst und Gemüse im Einweckglas mit den Jahren in Vergessenheit geraten. Asgard Knehans-Gläser aus Versmold ist sich jedoch sicher, dass das Einmachen, nun seinen zweiten Frühling erlebt.

Während zu Großmutters Zeiten noch schlicht das Konservieren saisonaler Lebensmitteln vorrangiges Ziel war, ist heute der Anspruch einer gesunden Ernährung Grund für die Rückkehr des Einkochtopfs in die Haushalte. „Bei Selbstgemachtem weiß man eben ganz genau, was drin ist“, erklärt die 50-Jährige, die regelmäßig Kochkurse in  Volkshochschulen gibt. 

Mit flinken Bewegungen viertelt Asgard Knehans-Gläser Strauchtomaten für eine herzhaft mediterrane Beilage im Glas: würzige Tomaten. Anschließend hackt sie zwei Knoblauchzehen in winzige Stücke und füllt beides auf ein hohes Backblech. Für das gewünschte Aroma fehlen jetzt noch ein Zweig Rosmarin, eine halbe, getrocknete Chilischote, Olivenöl und Balsamico-Essig.

„Einkochen kann man eigentlich alles“, sagt die Versmolderin. Die selbstgemachte Marmelade ist längst nicht mehr das einzige Rezept, an das sich auch unerfahrene Hobbyköche herantrauen können. „Das A und O beim Einkochen ist es, frische Zutaten zu verwenden.“

Während die Tomaten bereits im Backofen garen und sich ihr herrlicher Duft in der Küche ausbreitet, macht sich die gelernte Diplom-Kauffrau daran, die Vorbereitungen für ihre fruchtigscharfe Birnen-Senf-Salsa zu treffen. Sie würfelt die Früchte und eine Gewürzzwiebel, reibt den Ingwer und presst eine Zitrone aus. Zusammen mit Essig und Zucker gibt sie alles in einen großen Topf.

Befolge man einige wenige Regeln, kann nichts schiefgehen, ermutigt Asgard Knehans-Gläser auch unerfahrene Köche, sich an das Einmachen heranzuwagen. Generell gilt, dass Lebensmittel in Weckgläsern länger haltbar sind als in Gefäßen mit
Schraubverschluss. Für beide Möglichkeiten ist die Verwendung von einwandfreien, absolut sauberen Gläsern und Deckeln ein Muss. Mit dem richtigen Befüllen und Verschließen steht und fällt das Ergebnis. Nur wenn die Ränder der Gläser sauber
sind, kann das Eingekochte luftdicht verschlossen werden. 

Ob man das Einkochgut mit Schraubverschlussdeckel oder traditionell im Weckglas mit Gummiring verschließt, bleibe jedem selbst überlassen, sagt Asgard Knehans-Gläser. Bei der ersten Variante füllt sie die kochend heiße Salsa bis kurz unter
den Rand in das Glas und schraubt es unverzüglich zu. Danach dreht sie die Gläschen um. Etwa fünf Minuten muss die Birnen-Senf-Salsa auf dem Kopf stehen bleiben. „Kühlt der Inhalt im Glas ab, zieht sich die Luft zusammen und dadurch verschließt sich das Glas“, erklärt die Wirtschaftsingenieurin.

Die würzigen Tomaten kocht sie hingegen auf traditionelle Weise mit dem Einkochtopf ein. „Bevor ich die Gläser verschließe, feuchte ich die Gummiringe an. Dann saugen sie sich besser fest“, erklärt die 50-Jährige. Im Gegensatz zu den Gläsern müssen die Gummiringe immer unbenutzt sein, fügt sie noch hinzu. Mit einem prüfenden Blick kontrolliert sie, ob der Gummiring glatt zwischen Rand und Deckel liegt, bevor sie die Federklammern befestigt. „Für große Gläser nehme ich meistens drei, für kleine Gläser reichen zwei Klammern aus“, sagt sie. Das silbern glänzende Hilfsmittel dient dazu, Glas, Deckel und Ring zu fixieren. Anschließend stellt sie die Gläser in den Einkochtopf und füllt ihn bis kurz unter den Rand des am höchsten stehenden Glases mit Wasser und verschließt den Deckel. Zehn Minuten müssen die Gläser bei einer Temperatur von 90° C in dem Wecktopf bleiben.

Text: Anja Frielinghaus, Bilder: Hubert Kemper


Holz ist immer eine Bank

Handgefertigte Bänke, detailgetreue Kleinteile oder liebevoll gefertigte Geschenke – Theo Linnenbrink aus Wadersloh findet für fast jedes Stück Holz eine Möglichkeit, es zu verwerten. Der 78-jährige ehemalige Kraftfahrer hat sich das Schreinern selbst beigebracht.

Seit 15 Jahren baut der ehemalige Kraftfahrer Bänke, Tische und Dekoration aus Holz. „Oft baue ich eine Bank zu Geburtstagen in der Nachbarschaft”, sagt Linnenbrink. „Manchmal kommt auch jemand und sagt, in seinem Wald liege eine trockene Eiche, ob ich daraus nicht eine Bank machen könnte.” Aus einem großen Stamm kann Theo Linnenbrink zwei oder drei der beliebten Sitzgelegenheiten bauen. Zwei Meter ist jede Bank breit und ungefähr 45 Zentimeter hoch. Die Beine bestehen aus zwei aufeinander geschraubten Stämmen, die Linnenbrink mit den Maschinen passend zurechthobelt, -drechselt und -schleift.

Linnenbrinks Bänke finden sich jedoch nicht nur in privaten Höfen. „Zwei stehen schon auf dem Friedhof und zwei haben wir am alten Wohnheim stehen”, erklärt der Hobby-Schreiner. „Ich mache auch Kleinteile für den Basar.” Der Erlös werde für einen guten Zweck gespendet. So zum Beispiel an die Bethel-Stiftung oder für Schulkinder in Bolivien. „Davon können dann  Schulhefte gekauft werden.”

Zwischen Blumen, Tannenbäumen, ausgestanzten Holzscheiben und Sternen steht eines seiner Lieblingsstücke: eine Krippe.

„Ich muss bei jedem Stück Holz schauen, ob ich daraus was machen kann, zur Not mache ich Schiebeleisten daraus.” Linnenbrink wartet einen Moment, bevor er in schallendes Gelächter ausbricht. „Diese Leisten schiebe ich dann in unseren Holz-Ofen”, erklärt er. „So findet jedes Stück seine passende Verwendung. Es macht warm.”

Text und Bilder: Anika Reckeweg, Video: Julia Frings